Duisburg: Im Fußball und im Beruf ein Teamplayer

Duisburg : Im Fußball und im Beruf ein Teamplayer

Dr. Thomas Michniowski leitet die Klinik II des Johanniter-Krankenhauses und setzt auf die Eigenständigkeit der Ärzte.

Er war ein begeisterter und talentierter Fußballspieler - ein Sport, der allgemein als sehr verletzungsintensiv gilt. Und dass das so ist, hat Dr. Thomas Michniowski denn auch leidvoll erfahren: Ein Kreuzbandriss gehörte dazu. Noch immer scheinen dem neuen Chefarzt der Chirurgischen Klinik II / Klinik für Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie am Johanniter-Krankenhaus aber jene Schmerzen präsent zu sein, als erlebe er die Situation mit dem ausgekugelten Schultergelenk just in diesem Moment. "Das waren Schmerzen und es dauerte gefühlt so lange, bis ich endlich im Krankenhaus war", erinnert sich Michniowski und daran, dass es ihm fast egal war, ob der Pförtner ihm ein Schmerzmittel gibt und das Gelenk wieder einrenkt.

Dieses Erlebnis war bei dem heute 43-Jährigen aber nicht das so genannte Schlüsselerlebnis, das ihn zum Medizinstudium bewog. "Ich wollte einen Beruf, in dem ich lebenslang bleibe und der mich ständig fordert. Den Wunsch, heilen zu wollen, hat jeder in sich. Ich interessierte mich schon in jungen Jahren für Menschen und dafür, wie er funktioniert, aber auch für seine Psyche", erinnert er sich.

Und wieder kommt sein Sport ins Spiel, er habe ihn während des Studiums schon mal in Richtung Orthopädie gedrängt. "Zur Chirurgie kam ich schließlich, weil ich in den Praktika ein Aha-Erlebnis hatte", schildert Michniowski. Die Aktivitäten am Morgen, die Planbesprechung, die Anspannung im Operationssaal und zu sehen, dass es Menschen nach einer Behandlung wieder gut geht, reizten ihn letztlich an der Fachrichtung Chirurgie.

Michniowski wurde Facharzt für Orthopädie, Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie, machte eine Zusatzweiterbildung der speziellen Orthopädischen Chirurgie. Seine Schwerpunkte sind der Einsatz künstlicher Gelenke, die Wechsel- und Revisions-Endoprothetik (Wechseloperationen der künstlichen Gelenke wegen Lockerung oder Infektion), arthroskopische Chirurgie (Schlüsselloch-Technik) des Schulter- und Kniegelenkes. Dazu zählen Rekonstruktionen von Sehnenrissen, Beseitigung von Engpass-Syndromen oder Instabilität nach Unfällen im Schultergelenk als auch der Kreuzbandersatz im Kniegelenk.

Seit Anfang des Jahres ist Dr. Thomas Michniowski Chefarzt der Klinik II. Er verkörpert die neue Generation der Chefärzte, die zum Beispiel die Hierarchie flach halten. Seine Begeisterung für den Fußballsport scheint hier wieder zum Tragen zu kommen: "Ich fand den Mannschaftsgedanken immer gut."

Und so sieht er sich speziell mit seinen drei Oberärzten und vier Assistenzärzten als Team, als Mannschaft, die gemeinsame Ziele verfolgt. Michniowski: "Zwar gibt es auch in einer Mannschaft hierarchische Strukturen. Ich sehe mich aber nicht als allwissend an." Nach seiner Meinung sei es besser, wenn man sich austausche, "jeder hat seine Erfahrung und kann sie einbringen". So pflegt er auch den regelmäßigen Kontakt mit externen Ärzten, schickt ihnen per E-Mail auch schon mal Bilder, um ihre Meinung zu hören: "Die Vernetzung von Ärzten untereinander ist wichtig." Michniowski setzt auf die Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit seiner Ärzte und darauf, dass sie weiter Lust haben, zu lernen.

Wichtig ist ihm auch die Begegnung der Patienten auf Augenhöhe. Ein grundsätzliches Misstrauen ihrerseits empfindet er als nicht gut. Deshalb legt er Wert auf eine kurze Kennenlernphase am Anfang, "das Vertrauen, das dann entsteht, wirkt sich positiv auf den Patienten aus. Er soll sich in gelöster Atmosphäre auf seine Therapie einlassen."

Für die Zukunft des Johanniter-Krankenhauses und für die Klinik II würde er sich wünschen, dass die Patienten sich hier hoch qualifiziert versorgt fühlen, dass sie sagen, "wir waren in Rheinhausen und das war super".

Eine wahrlich positive Erfahrung machte Michniowski letztlich auch mit seinem ausgekugelten Schultergelenk. Es sei ein Traum gewesen, als das Gelenk wieder eingerenkt war - und man sei glücklich, wenn man dann nach Hause geht.

(RP)
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