Duisburg: Im Einsatz für krebskranke Kinder

Duisburg : Im Einsatz für krebskranke Kinder

Das Ehepaar Dudek aus Buchholz hat den Verein "Gänseblümchen-NRW" mitgegründet. Der unterstützt die betroffenen Familien und sorgt für ein wenig Ablenkung vom schwierigen Alltag.

Das Mädchen mit blonden Zöpfen, dem grünen Gänseblümchenkleid und dem Lächeln ist auf vielen Bildern im Wohnzimmer von Irmgard und Volker Dudek zu finden. Sogar eine Holzfigur gibt es von ihr. Es sind alles Geschenke von Kindern - ein dickes Dankeschön von krebskranken Kindern. Sie und deren Familien zu unterstützen, für Ablenkung, auch Spaß im oftmals schwierigen Alltag zu sorgen, ist eine Herzensangelegenheit für das Buchholzer Ehepaar. Es hat 2006 mit fünf Mitstreitern den Verein "Gänseblümchen-NRW" gegründet und sich als Logo eben jenes blonde Mädchen mit der positiven Ausstrahlung ausgedacht.

Es wäre vielleicht nie dazu gekommen, wenn Irmgard Dudek nicht vor einigen Jahren gefragt worden wäre, ob sie bei einer Essener Elterninitiative für krebskranke Kinder mithelfen möchte. "Es ging damals darum, 400 Weihnachtspakete zu packen", erzählt die 58-jährige Mitarbeiterin eines Service-Centers. "Und ich habe gerne mitgemacht." Ihr Sohn Rüdiger hat mitgeholfen, später in diesem Verein seinen Zivildienst geleistet, viel erlebt und zu Hause viel über die Schicksale erzählt.

Irgendwann ist klar, dass die Dudeks mit Unterstützung von Rüdiger und Tochter Marion selbst Hilfe organisieren wollen - nicht allein für krebskranke Kinder, sondern auch für deren Familien. "Das ist eine ganz bewusste Entscheidung", erklärt Irmgard Dudek, "denn wir müssen immer wieder erleben, wie sehr eben auch Geschwister, Eltern, Oma und Opa durch die Situation belastet sind."

Über das Klinikum bekommt der Verein Kontakt zu Betroffenen. Derzeit sind es 16 Familien, sechs aus Duisburg, die sich beispielsweise über Ausflüge freuen können - aktuell etwa nach Kalkar in Kernie's Wunderland. Einmal im Jahr wird sogar ein Kurzurlaub organisiert. Aber auch im Umgang mit Behörden oder wenn den finanziell oft nicht auf Rosen gebetteten Familien Geld zum Beispiel für einen Rollstuhl fehlt, versucht der Verein, in die Bresche zu springen.

Bis zu 100 Stunden pro Monat engagieren sich die Dudeks ehrenamtlich für die gute Sache; Volker Dudek als Vorsitzender des Vereins. Irmgard Dudek ist die Schatzmeisterin. "Wenn ich das Lächeln der Kinder sehe, weiß ich, wofür ich das tue", sagt sie. 2014 war sie für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Ihr Mann (60) verschweigt aber nicht, dass es Situationen gibt, die nur schwer zu verkraften sind. "Als die ersten Kinder gestorben sind, hat mich das stark getroffen", gibt der Speditionskaufmann zu. "Man muss irgendwie damit umgehen, aber ich kann's bis heute nur ganz schlecht. Man lernt die Familien ja sehr schnell sehr gut kennen." Das ehrenamtliche Engagement, sagt er noch, habe ihm deutlich vor Augen geführt, wie schön es ist, zwei gesunde Kinder zu haben.

(RP)
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