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Duisburg: Im Delta darf wieder gefeiert werden

Duisburg : Im Delta darf wieder gefeiert werden

Ende Mai stieg in der Zeltdiskothek "Delta" in Duisburg die letzte Party. Danach, so hieß es, sollten die Lichter ausgehen - für immer. Doch nun wollen die Betreiber der Kult-Disko mithilfe eines neuen Konzeptes offenbar ein zweites Leben einhauchen: Anfang Oktober eröffnet schon das zweite Zelt als eigener Club.

19 Jahre existierte das Delta in Duisburg. Lange war die Großraumdisko, die in mehreren Zelten beheimatet ist, ein Besuchermagnet im Duisburger Stadtteil Hamborn. Das Konzept, in den Zelten die unterschiedlichsten Musikrichtungen von Pop über Black Music bis hin zu Schlager in einer Disko zu vereinen, ging anfangs sehr gut auf. Etwa 6,5 Millionen Gäste feierten laut Angaben des Betreibers in 19 Jahren hier große Partys.

Doch in den letzten Jahren brachen die Besucherzahlen mehr und mehr ein. Delta-Inhaber Hans-Bernd Pikkemaat musste Anfang des Jahres Insolvenz anmelden, am 31. Mai stieg die letzte Party. In einigen Medien hieß es, die Zeit der Großraumdiskos sei schlicht vorbei.

Altes Schmuddelimage ablegen

Stefan Bockting, der neue Geschäftsführer im ehemaligen Delta, scheint die Situation ähnlich einzuschätzen. Trotzdem will er der Disothek mit einem neuen Konzept eine zweite Chance geben. Seit Anfang September wird in einem der Zelte wieder getanzt: Am 6. September eröffnete das "Extra" unter seiner Leitung. Schlagerstar Michael Wendler, dessen Karriere im Delta ihren Anfang nahm, kam zur ersten Party. Seitdem wird im Extra jeden Samstag wieder gefeiert. Und der neue Club bemüht sich, die Fehler des alten Deltas nicht zu wiederholen: Hier wird der Alkohol nicht zu Tiefstpreisen verkauft; außerdem achtet Bockting alias DJ Bocky auf "ein sehr gepflegtes Auftreten seiner Gäste", wie es auf der Facebook-Seite des Delta heißt.

Das zuletzt sehr schlechte Image der Disko war ein nicht zu vernachlässigender Grund für das Aus des Delta. 1996 machte der Club als Edel-Diskothek auf, Mann kam im Anzug, Frau im schicken Kleid. Doch mit der Zeit veränderte sich das Publikum - nicht zum Besseren. Ob die neue Klientel durch immer häufiger stattfindende 1-Euro-Partys und sehr günstige Getränkepreise angezogen wurde, kann nur gemutmaßt werden. Deutlich ist jedoch, dass sich die Verantwortlichen mit der Neueröffnung andere Gäste für die Nachfolgerclubs des Deltas wünschen.

Die alten Zeiten werden nicht vergessen

Das Extra soll nicht der einzige Club bleiben, der in einem der ehemaligen Delta-Zelte beheimatet ist. Am 2. Oktober öffnet im ehemaligen Hip-Hop-Zelt der "Bounzz Club". Hier werden, ganz im Geiste der alten Zeiten, RnB und Hip-Hop gespielt. Außerdem soll es regelmäßig Live-Auftritte und Besuch von Gast-DJs geben, heißt es auf Facebook. Auch das ist offenbar Teil des neuen Konzeptes.

Für die übrigen Zelte des ehemaligen Deltas gibt es derzeit noch keine Pläne, sie ebenfalls als eigenständige Clubs zu betreiben. Doch auch sie werden weiter genutzt, zuletzt zum Public Viewing bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Außerdem kann die Zeltstadt für Sonderveranstaltungen geöffnet werden. Die erste Veranstaltung dieser Art soll eine Halloween Party Ende Oktober sein. Hier zeigt sich, dass im Delta zwar ein Neuanfang gewagt wird, die (guten) alten Zeiten aber dennoch nicht in Vergessenheit geraten sollen: "Unsere Halloween Partys waren legendär und werden es auch weiterhin sein" - mit diesen Worten preist der Veranstalter seine Party auf Facebook an.

Ganz ähnlich wie dem Delta erging es der Großraumdisko "PM" in Moers: Auch ihr gaben die Betreiber ein neues Konzept, um den Neustart zu schaffen.

(lsa)