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Duisburg: Iberisches Beben

Duisburg : Iberisches Beben

Sinnliche Bewegungen, sanfte Stimmen und volltönende Instrumente: Ein emotionales Feuerwerk zündete die Gruppe "Romancero Gitano" mit ihrer Flamenco-Show am Montagabend beim vierten Hofkonzert in diesem Jahr in der Bezirksbibliothek Rheinhausen.

Rheinhausen Still sitzen konnte kein Zuhörer am Montagabend. Das Publikum wippte im Takt mit und verdrehte sich, um der Choreographie von Tänzerin und Sängerin Pepi Alvarez folgen zu können. Die zeigte zu spanischen und südamerikanischen Stücken die flamenco-typischen Gesten: Sie lüpfte den Rockzipfel, kreiste mit den Händen und stampfte rhythmisch mit den Absätzen. "Ay!", "Olé!". Angefeuert durch spitze Zurufe der Musiker steigerte sie das rasante Stakkato ihrer Schritte zu dem Gipsy Kings-Klassiker "Bamboleo" oder einer Hymne auf Sevilla.

Hypnotische Blicke

Da die klassischen Sevillanas in der Regel Paartänze sind, hatte Alvarez von ihrem jüngsten Heimatbesuch in Granada extra einen Tanzpartner mitgebracht. Victor Castro und seine Partnerin umkreisten sich, die äußere Hand erhoben. Die Blicke wurden immer tiefer, hypnotischer, während sich die beiden durch Klatschen anspornten. Auch das Solo mit ausladenden Gesten, Drehungen und flinken Sohlen des Stargastes kam gut an.

Bernabé Gomez gab Alvarez während der Sevillanas eine Stimme, rhythmisch unterstützt wurde ihr Tanz von Andreas Bronk an verschiedenen Percussion-Instrumenten. Bei seinem Solo trommelte er ungebremst auf seinen Bongos. Besonders eindrucksvoll kam das Gitarrenspiel von Helmut Sanftenschneider und Gomez bei improvisierten instrumentalen Stücken oder Stings "Fragilidad" zur Geltung.

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"Bei dem nächsten Stück arbeiten wir schon seit 15 Jahren daran, dass es ein Sommerhit wird", scherzte Bernabé Gomez. "La luna dirá" kam deshalb auch mit viel "sangre" (Herzblut) und "fuego" (Feuer) daher. Auch der Rumba "Porom Pom Pom" entlud sich direkt in die Beine der zahlreichen Zuhörer.

Die 1990 in Bochum gegründete Gruppe "Romancero Gitano" demonstrierte gekonnt die ungezwungene, leichtfüßige Seite des Flamenco und verbreitete so am schönen Sommerabend iberisches Flair. Die musikalische Reise ging von Sevilla quer durchs Land.

Ständig ein neues Outfit

Das Programm war so farbenfroh gestaltet wie die verschiedenen Kleider der Sängerin, die sie spätestens nach drei Stücken wechselte. Mal geblümt mit Volants, mal einfarbig braun und trotzdem spektakulär waren ihre Outfits. Kastagnetten und Fächer komplettierten das Bild.

Um das Beben der Bühnenbretter noch zu übertönen, applaudierte das Publikum besonders eindringlich.

(RP)