Duisburg: Hunderte demonstrieren gegen Zoo Zajac

Duisburg: Hunderte demonstrieren gegen Zoo Zajac

Am Montagnachmittag fanden die Proteste gegen Zoo Zajac einen ersten Höhepunkt. Mehrere hundert Tierschützer demonstrierten vor dem Geschäft gegen den Welpenverkauf, der am Freitag begonnen hat.

"Welpenverkauf stopp, Zajac bankrott" rufen die Aktivisten mehrerer Tierschutz-organisationen, die sich vor dem Zoogeschäft eingefunden haben. Viele halten Plakate in die Luft, von kleinen selbstgebastelten Pappschildern bis hin zu großen Bannern mit Aufschriften wie "Keine Hundefabrik bei Zoo Zajac" oder "Grausam: Hundewelpen als Schnäppchen aus dem Supermarkt". Bei diesem bisher größten Protest geht es laut zu, immer wieder rufen sie Parolen gegen das Geschäft und den Besitzer.

Hobbyzüchter Reinhard Seib steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite und beobachtet die Demonstranten. Er hat die Anlage besichtigt und könnte sich vorstellen, Norbert Zajac seinen nächsten Wurf zu verkaufen. "Kein Tierheim ist so sauber, die Anlage wirkt wie ein Vier-Sterne-Hotel". Den Protesten der Tierschützer kann er nicht viel abgewinnen. "Diese Organisationen retten Welpen aus dem Ausland, die dann in Tierheimen aufwachsen, wenn sie nicht vermittelt werden. Dort kümmert sich keiner um sie und sie werden bestimmt nicht richtig sozialisiert."

Im Geschäft ist der Welpenverkauf angelaufen. Bis zum Montagnachmittag hat Norbert Zajac bereits acht Welpen verkauft, weitere Würfe befinden sich in Quarantäne. Am Samstag kamen so viele Besucher wie nie zuvor in das Zoogeschäft, um sich die kleinen Hunde anzuschauen.

Draußen gehen die Proteste weiter. Mit einem Megaphon heizen die Tierschützer die Menge auf, immer wieder wird es laut. "Wir sind sehr zufrieden, aus ganz Deutschland sind heute Tierfreunde nach Duisburg gekommen." erklärt Marius Tünte, Pressereferent des Deutschen Tierschutzbundes. "Wir wollen auf jeden Fall weitermachen. Unser Ziel ist, die Menschen zu sensibilisieren und dadurch vom Kauf abzuhalten."

(jco)
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