Hunde dürfen mit in den Duisburger Zoo

Testphase für drei Monate: Hunde dürfen ab sofort mit in den Duisburger Zoo

Besitzer von Hunden dürfen ab sofort an zwei Tagen in der Woche ihre Lieblinge mit in den Duisburger Zoo am Kaiserberg nehmen. Die Testphase dauert drei Monate. Danach wird entschieden, ob das Angebot dauerhaft gelten soll.

Der kleine Mischlingshund Yuma schaut interessiert in das hinter einer großen Glaswand angelegte Gehege, wie auch sein Frauchen und Herrchen. Doch es tut sich nichts bei den Nebelpardern. „Sie haben sich versteckt und schlafen offenbar“, vermuten Verena und Timo aus Viersen. Mit Töchterchen Liona besuchen sie den Duisburger Zoo in Neudorf – und das Besondere: Ihren Hund Yuma haben sie auch dabei.

Am vergangenen Donnerstag startete der Zoo einen Test, der bis März laufen soll. Jeweils donnerstags und freitags dürfen Hundebesitzer ihre vierbeinigen Lieblinge zu einem Spaziergang entlang der Gehege mitbringen. Für den kleinen Hund Yuma war das kaum aufregend, war er mit seinen Besitzern schon in anderen Zoos, wo sich das Angebot inzwischen etabliert hat. „Spannend sind für Yuma im Zoo immer die Gerüche. Hier hatte er Angst vor den Löwen, die sehr interessiert waren“, stellten Verena und Timo fest, „man merkt, dass einige Zootiere den Besuch von Hunden noch nicht kennen.“

Die gleiche Feststellung machte ein Besucher aus Oberhausen, der seine beiden Neufundländer mitgebracht und ebenfalls schon andere Zoos besucht hatte, wo Hunde erlaubt sind. Seine Vermutung: Hunde passen offenbar in das Beuteschema von Löwen und Tigern.

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An den beiden ersten Tagen ist das neue Angebot im Zoo bereits gut angenommen worden. Am Donnerstag zählten die Mitarbeiter an der Kasse 34 Hunde mit ihren Besitzern, am Freitag waren es trotzt des ungemütlichen Wetters bis mittags schon 25 Hunde, die an der Leine mit Frauchen oder Herrchen über das Gelände spazierten.

Bevor der Zoo diese Testphase offiziell startete, machten Mitarbeiter mit ihren Privathunden zunächst einen internen Test. „Die Elefanten haben stoisch ihr Heu gefressen, die Riesenotter fanden den Besuch der Hunde faszinierend, die Brillenbären zeigten kein Interesse und die Giraffen waren ein wenig interessiert“, schildert Christian Schreiner die Reaktionen der Zootiere. Als Grund für das neue Angebot nennt der Referent für Öffentlichkeit, dass Hunde bei vielen Leuten Familienmitglieder seien: „Der Zoo möchte es den Besitzern ermöglichen, ihr Tier mitzubringen.“ Zudem habe es sich in anderen Zoos gezeigt, dass der Besuch mit einem Hund funktionieren könne.

Bis Ende März werden jetzt zunächst die Erfahrungen gesammelt. Danach wird der Vorstand des Zoos am Kaiserberg gemeinsam mit dem zoologischen Leiter eine Erfolgsbewertung durchführen. Fällt sie positiv aus, ist daran gedacht, dass Hundebesitzer den Zoo mit ihren Vierbeinern künftig an allen Tagen im Jahr besuchen können und dann auch eine Jahreskarte für Hunde angeboten würde.

(ps)
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