Duisburg: Hund als bester Freund des Menschen

Duisburg: Hund als bester Freund des Menschen

Die Tierpsychologin Daniela Fiutak hat zwar einen ungewöhnlichen Beruf, aber einen, der einigen Haustierbesitzern in Duisburg bekannt ist. Sie gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Hunden.

In ihrer tierpsychologischen Praxis in Beeckerwerth bietet Daniela Fiutak Training, Beratung rund um Haustieranschaffung und Erziehung sowie Hilfe in Problemfällen an. Fälle, in denen Hunde aggressiv auf ihre Besitzer zugehen oder andere unerwünschte Reaktionen zeigen, werden seit einiger Zeit häufiger. Meist handelt es sich um Hunde, die schnell gestresst sind — das Hinhocken ihres Besitzers macht ihnen Angst, ein sich bewegender Stock löst sofort eine starke Reaktion aus — und manchmal schnappen sie sogar zu. Es gibt zwar Hunderassen, die zu bestimmten Verhaltensweisen neigen; Dobermänner zum Beispiel sind oft sehr aktiv. Aber plötzliche Aggressionen, vor allem gegenüber dem eigenen Herrchen, sind das Resultat fehlgeschlagener Erziehung.

Als Grund für die ansteigenden Probleme sieht Fiutak Hundesendungen, welche sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Erst im Sommer lief die letzte Ausgabe des Fünfteilers "Die Hundeflüsterin" auf ZDF, Vorreiter waren Sendungen wie "Der Hundeflüsterer" (SiXX) oder "Der Hundeprofi" (VOX). Diese Sendungen ernten viel Kritik an ihren Methoden, zum Beispiel vom Internationalen Berufsverband der Hundetrainer. Oft wird propagiert, seinem Hund gegenüber eine starke Dominanz auszuspielen, zu zeigen, dass man der "Alphawolf" ist und sich nicht auf der Nase herumtanzen lässt.

"Alphawolf, Rudel — das in der Gesellschaft davon verbreitende Verständnis ist ein Märchen", kritisiert Fiutak. "Ein Rudel setzt sich in der Natur zusammen aus einem Familienverband und den Nachkommen der ersten Eltern über mehrere Generationen. In einer Menschenfamilie bleibt ein Hund ewig der Welpe, der ein freundliches Umfeld möchte."

Wenn dem Stibitzen von Brötchen vom Küchentisch oder dem Zerren an der Leine als Zeichen des Hundes, dass er sich sehr auf seinen Lieblingsplatz freut, sofort mit aversiven Methoden wie auf den Rücken werfen, stark am Halsband ziehen oder die oft als harmlos bezeichnete Wassersprühflasche entgegengesetzt wird, ist der Hund verunsichert und wird in einen Reizzustand versetzt. Der Hund wird zum Feindbild anstatt zum besten Freund des Menschen erzogen.

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Negative Bestrafung funktioniert laut Fiutak nur, wenn man den Impuls exakt setzen kann, sonst versteht der Hund nicht, was genau er falsch gemacht hat und ordnet die negativen Empfindungen anderen Sachen zu, auf die er dann aggressiv reagiert. Die richtige Halbsekunde für die negative Bestrafung zu treffen, ist für den Menschen jedoch praktisch nicht machbar — und ein vorher gutes Verhältnis zwischen Herrchen und Hund kann wegen einer Kleinigkeit schnell zerstört werden.

Eine von vielen erfahrenen Hundetrainern empfohlene Alternative ist die positive Bestärkung. Unter Zuhilfenahme eines so genannten Klickers kann das Herrchen den Punkt markieren, der positiv bestätigt werden soll und hat dann Zeit, das Leckerchen als Belohnung herauszusuchen. Der Hund weiß bei regelmäßiger Anwendung des Klickers die Belohnung zuzuordnen und versteht, welches Verhalten als positiv empfunden wird.

Von Kritikern wird dies oft als "Wattebauschmethode" bezeichnet; aber Situationen, in denen der Hund Fehlverhalten zeigt, kann das Herrchen gewaltfrei unterbrechen und dann belohnen, wenn das Verhalten unterlassen wurde. Wenn Tierhalter die aversiven Methoden übernehmen und auch an ihre Freunde weiterreichen, kann ein unangenehmer Schneeballeffekt entstehen. "Eine Kundin hatte einen Hund, mit dem sie tagelang draußen am Baum angeleint geschlafen hat, weil er schon auf Türschwellen extrem gereizt reagiert hat: Ins Haus gehen, Hinhocken, selbst der Versuch, ihn zu streicheln, alles hat Stress ausgelöst", berichtet die Tierpsychologin. Auch bereits vorhandene Traumata könnten mit negativer Bestrafung vielleicht am Anfang in den Symptomen unterdrückt, an der Wurzel aber noch verstärkt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Duisburger Tiere suchen ein Zuhause

(RP)
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