Horrorhäuser in Kaldenhausen verschwinden im Februar

Abriss beginnt wie geplant : Horrorhäuser verschwinden im Februar

Die Tage der Horrorhäuser an der Ulmenstraße sind gezählt. Die Anwohner können es kaum erwarten. Drei Mal hat es im Dezember und Januar in den Ruinen gebrannt.

Kahle Baumstümpfe ragen aus dem Erdreich vor den Ruinen an der Ulmenstraße, die Natur hatte zuvor 30 Jahre lang den Leerstand der Gebäude verdeckt. Die Steinbau GmbH möchte dort fünf neue Häuser mit mehreren Wohnungen bauen. Bald wird der Abriss beginnen. Doch in den vergangenen Wochen kam es auf dem Gelände zu einigen Zwischenfällen: Insgesamt drei Mal hat es in der Ruine gebrannt, am 27. Dezember, am 1. Januar und am 12. Januar. Die Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung aus, vermutet aber, dass die Brände durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurden. Bei dem Feuer in der Silvesternacht starb eine Katze. Unbekannte hatten sich Zutritt zu den Gebäuden verschafft, nachdem die Stadt kurz vor Beginn des Abrisses die Fenstergitter, die genau dies verhindern sollten, entfernen ließ.

„Wir ermitteln in alle Richtungen. Selbst wenn die Brände mit Absicht gelegt wurden, ist es schwierig, das nachzuweisen“, sagt Polizeisprecher Daniel Dabrowski. Auf die Arbeiten haben die Brände keine Auswirkungen gehabt, sagt Steinbau-Geschäftsführer Arne Thomsen. „Das war zwar ärgerlich, aber der Abriss hat wie geplant vor zwei Wochen begonnen.“

Bald gibt es keine Ruinen mehr, die Randalierer anlocken. Im Dezember und Januar hat es hier mehrfach gebrannt. Foto: FUNKE Foto Services/Volker Herold

Anzeige wolle er nicht erstatten. „Die Freiwillige Feuerwehr hatte uns sowieso gefragt, ob sie dort Übungen abhalten können. Nun hat es dort gebrannt, eine bessere Übung gibt es gar nicht“, versucht Thomsen den Bränden auf dem Gelände noch etwas Gutes abzugewinnen. Dass dabei eine Katze ums Leben kam, findet der Geschäftsführer sehr bedauerlich. Er spricht den Besitzern des Tieres sein Mitgefühl aus.

Im Oktober und November wurde das Gelände gerodet sowie Arten- und Bodenschutzgutachten erstellt. Bis Ende Februar sollen die Ruinen verschwinden. „Erst müssen die Gebäude entrümpelt und Baumstümpfe entfernt werden, erst dann beginnt der eigentliche Abriss. Der wird auch nur etwa eine Woche dauern“, sagt Thomsen. Im März und April sollen zunächst Leitungen auf dem Grundstück verlegt werden, bevor im Mai und Juni der Baubeginn der ersten beiden Häuser erfolgen kann. „Alles, was Probleme hätte bereiten können, ist vorbei. Etwas Unvorhergesehenes kann immer passieren, aber sonst liegen wir voll im Zeitplan“, so der Geschäftsführer. „Die Hälfte der Häuser ist bereits reserviert.“

(mf)