Homberger Falkenheim: Ein Ort für Mütter und Väter

Homberger Falkenheim : Ein Ort für Mütter und Väter

Im Homberger Falkenheim gibt es ein neues Angebot: Eltern tauschen sich bei Kaffee und Kuchen über Erfahrungen, Probleme und Lösungen aus.

Eltern stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Allgegenwärtig ist etwa die Frage nach Vereinbarkeit von Kindesbetreuung und Beruf oder sozialrechtliche Fragen, wenn es ums Sorgerecht und Kindergartenbetreuung geht. Nun gibt es in Homberg einen Ort, an dem Antworten auf diese und weitere Fragen gefunden werden.

Michaela Wolf lächelt, als sie an einem großen Tisch im Falkenheim sitzt. Mit Kaffee und Kuchen lädt sie ein zum Gespräch. „Heute starten wir mit unserem Mütter- und Vätercafé“, sagt Wolf. Die 36-Jährige hatte zeitgleich mit dem Sozialpädagogen Manuel Wetzel die Idee, einen Mütter- und Vätertreff ins Leben zu rufen. „Ich war auf der Suche nach einem unabhängigen Hilfsangebot, habe aber kein passendes gefunden“, so Wolf.

Sie selbst hat einen achtjährigen Sohn, ist seit vier Jahren alleinerziehend, hat eine lange Beziehung mit Heirat hinter sich. Sie nahm ihren Sohn oft mit zur Arbeit, um den Anforderungen im zeitstraffen Pflegeberuf gerecht zu werden. Zeit für Freunde oder ein gutes Buch? Oft Fehlanzeige. Austausch mit Gleichgesinnten fehlte. Etwas Lockeres sollte es sein.

Ihren Sohn brachte sie zur Tanz-AG ins Falkenheim. Hier lernte sie Wetzel kennen. Der 59-Jährige ist seit 20 Jahren alleinerziehend. „Michaela und ich hatten denselben Gedanken, wollten uns engagieren“, so Wetzel. Als Sozialpädagoge und Betroffener weiß er um die Schwierigkeiten: „Oft hören Alleinerziehende: Geh zum Amt.“ Aber möchte man dort vor einem quasi Fremden in der nüchternen Atmosphäre einer Behörde all seine Probleme ausbreite?

An diesem Punkt setzen die Homberger an. Beim Mütter- und Vätercafé geht es freundschaftlich zu. „Wer möchte, kann eine Tasse Kaffee trinken oder auch neue Freunde finden.“ Zeit für sich, Zeit zum Austausch – das suchte Mutter Antonella Bortone am Samstag. „Mein Sohn Marlon ist sechs Jahre alt und heute bei seinem Vater“, erzählt sie. Kürzlich zog sie von Neudorf nach Hochheide um. „Jetzt möchte ich neue Kontakte knüpfen.“

Über einen Aushang erfuhr sie vom Mütter- und Vätercafé. Konkret wünsche sie sich einen Ort, an dem sie ihr Kind ohne Sorge kurzzeitig lassen kann, falls sie mal erkrankt ist oder einen dringenden Termin hat. „Im Falkenheim können wir Kinder zeitweise unter Aufsicht unserer Pädagogen betreuen“, erklärte Wetzel. Füreinander da sein, Erziehungsexperten zu Vorträgen einladen und wenn nötig an Hilfsinstitutionen weiterleiten – all das leistet der kostenfreie Mütter- und Vätertreff.

(lw)