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Duisburg: Hohe Kosten für Außengastronomie

Duisburg : Hohe Kosten für Außengastronomie

Die Duisburger Wirte stehen vor einem Dilemma: Einerseits wollen sie ihre Kunden auch mit Tischen in der Sonne locken, andererseits drohen zusätzliche Belastungen. Am Innenhafen öffnet kommende Woche ein neuer Mitbewerber.

Noch sind die Handwerker dabei, den Holzboden zu verlegen. Immerhin — die offene Küche ist bereits geliefert und lässt erahnen, wie das Restaurant künftig aussehen wird. Rund 1,2 Millionen Euro investiert die L'Osteria GmbH derzeit am Duisburger Innenhafen. Kommende Woche soll unter der Adresse Schifferstraße 190 das 18. Restaurant der Pizza- und Pastakette aus Nürnberg eröffnet werden.

Hinter L'Osteria stehen die beiden Gastronomie-Profis Friedemann Findeis und Klaus Rader — beide einst Mitgründer der Restaurantkette Vapiano und mittlerweile millionenschwer. Als sie die Duisburger Filiale planten, war die Außenterrasse für sie schon allein wegen der Lage selbstverständlich. 140 Plätze sollen unweit des Hafenbeckens entstehen, das Duo plant ab 2014 mit mindestens 800 Gästen pro Tag. Als jetzt die Bewilligung der Stadt Duisburg für die Außengastronomie eintrudelte, konnte die jährliche Summe die Investoren nicht schocken: 4800 Euro wird L'Osteria künftig pro Jahr an die Stadt abführen. "Ein normaler Preis", sagt Tobias Puder, bei L'Osteria für Expansion zuständig.

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In Nürnberg, am Stammsitz, zahle man etwa 8000 Euro für eine vergleichbare Fläche, sagt Tobias Puder.

Entlang der Fußgängerzone in der Duisburger Innenstadt fehlt den Wirten diese Vergleichsmöglichkeit, entsprechend wird die Gebührensatzung der Stadt Duisburg vor allem von kleinen Betrieben als große Belastung empfunden. Vier Euro pro Quadratmeter und Monat verlangt die Stadt in der Spitzenlage von Gastronomen, die öffentlichen Raum für ihren Betrieb nutzen wollen. "Gerade in der Fußgängerzone, wie bei mir an der Kuhstraße, ist Außengastronomie ganz schwierig. Die Flächen sind zu groß, zu unpersönlich", sagt Clemens John, Inhaber von Feinkost de Haan. Er habe beobachtet, wie Mitbewerber den Versuch gestartet haben "und gescheitert sind". Der Vandalismus sei groß, der Personalaufwand hoch. "Die Frage muss also sein, was kann die Stadt für mich tun, damit ich die Innenstadt belebe. Stattdessen kommt pünktlich der Gebührenbescheid, und der ist auf den Millimeter genau abgerechnet."

Francesco Marando hat dennoch vor gut einem Monat die ersten Tische nach draußen gestellt. Der Chef des italienischen Eiscafés Roma an der Kuhstraße/Steinsche Gasse will in den kommenden Tagen auf 40 Tische und insgesamt 160 Sitzplätze aufstocken. "Wir als Eiscafé müssen das einfach machen, wenn die Sonne scheint. Und ich denke, dass wir damit auch erfolgreich sein werden", sagt Morando. Allerdings hat auch er die ersten Probleme festgestellt. An den Glaspavillons unweit seiner Bewirtungsfläche versammeln sich täglich eher zweifelhafte Gestalten zum Trinkgelage. "Die nehmen sich sogar die Tische und Stühle weg, um bequemer sitzen zu können", klagt Morando. Das von ihm alarmierte Ordnungsamt habe bisher keine Lösung gefunden. "Die Polizei will ich damit eigentlich nicht behelligen. Aber so wie es ist, kann es auch nicht bleiben."

Von diesen Problemen ist man am Innenhafen weit entfernt. "Wir haben uns ganz bewusst für diese Lage abseits der Innenstadt entschieden", sagt L'Osteria-Chef Klaus Rader. Die Gäste sollen gezielt angelockt werden, Laufkundschaft soll an diesem Standort eher die Ausnahme bleiben. "Das Ambiente hier am Hafen hilft uns natürlich", glaubt Rader.

(RP/ac)