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Duisburg: HOFkultur mit Traumzeitflair

Duisburg : HOFkultur mit Traumzeitflair

Der Kreativkreis Ruhrort setzt seine überaus erfolgreiche Reihe HOFkultur fort. Dabei kann man ungewöhnliche Kulturereignisse an außergewöhnlichen Spielstätten erleben. Tim Isfort gehört zu den Mitwirkenden.

Für die neu aufgelegte Veranstaltungsreihe "HOFkultur 2012", die an den Wochenenden 4. bis 6. sowie 11. bis 13. Mai in Ruhrort stattfindet, hat sich der Kreativkreis Ruhrort Außergewöhnliches ausgedacht: Da sind zum einen die teils verborgenen Innen- und Hinterhöfe als Spielorte, zum anderen ein Hunde-Café und ein Friseursalon als Vorverkaufsstellen.

Am ersten Maiwochenende steht jeweils um 19 Uhr Literatur auf dem Programm: Am Freitag, 4. Mai, gibt es eine literarische Begegnung mit Gerhard Mercator und dem Roman "Zwischen Gott und der See" in dem etwas maroden Garagenhof des Motorradclubs "Die schwarzen Socken". Tags darauf trägt dort ein dreiköpfiges Leseensemble, darunter der Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Andreas Rossmann, die neu aufgelegte Ruhrgebietsreportage "Schwarzes Revier" von Heinrich Hauser vor. Und Sonntag ertönt an gleicher Stelle der Ausruf "Ich bin nicht Stiller!". Mit diesen Worten beginnt nämlich Max Frischs Roman "Stiller", vorgetragen von drei Schauspielern des Moerser Schlosstheaters.

Am Folgewochenende (11.-13. Mai, 19 Uhr) zieht das Theaterstück "Offene Zweierbeziehung" in den Hansehof der Schifferbörse ein. Die von dem italienischen Autoren-Duo Franca Rame und Dario Fo stammende Komödie über Ehekrampf und Ehekampf verwandelt den schmucken Innenhof des Restaurants in eine Boxarena. Die Theaterproduktion entstand einst in Duisburg und bestimmt weiterhin den Spielplan des Hamburger Echtzeit Theaters, von wo die beiden Schauspieler Silke Roca und Peter G. Dirmeier kommen.

Mit den an beiden Wochenenden stets um 21 Uhr beginnenden Konzerten, will der Kreativkreis Ruhrort zum jeweiligen Tagesausklang nicht nur ein musikalisches Zeichen setzen, sondern auch ein kulturpolitisches. So stehen die Konzerte unter der Überschrift "Traumzeit unterwegs". Dazu Olaf Reifegerste, Moderator des Kreativkreises: "Auch wenn Traumzeit für dieses Jahr offiziell absagt wurde, das Festival und dessen Geist leben auch 2012. Ich bin glücklich, den künstlerischen Leiter, Tim Isfort, dafür gewonnen zu haben, dass 'Traumzeit unterwegs'-Konzerte bei HOFkultur in Ruhrort stattfinden."

Isfort hat dafür vier verschiedene Musikensembles ausgewählt: Am 4. Mai gastiert das Saiteninstrumenten-Trio "Strings are Changing" und am 6. Mai das "Joscho Stephan Quartett" mit einem Mix aus Gipsy und Jazz, jeweils im Lichthof des ehemaligen evangelischen Gemeindehauses. Der sonst der Öffentlichkeit verborgene Firmenhof von Ruhrmed ist am 11. Mai Bühne für das Programm "Gott schmiert keine Stullen" von Eva Kurowski als auch für das Quartett "Tango Fuego" um den international renommierten Bandoneonspieler Sergio Fabian Carbone am 13. Mai. Dieses Schlusskonzert solle einen "Hauch von Buenos Aires nach Ruhrort" bringen, sagt Isfort.

Die Einnahmen aus den vier Konzerten gehen als "Solidaritätsbekundung", wie es heißt, zur Hälfte an den Verein "Traumzeit-Retter".

(RP)