Duisburg: Hölz wird Bürger des Jahres

Duisburg: Hölz wird Bürger des Jahres

Eine gute Wahl: Der Hauptausschuss Duisburger Karneval (HDK) hat jetzt beschlossen, den langjährigen Chef der Bosnienhilfe der Duisburger Caritas, Heribert Hölz, mit seiner höchsten Auszeichnung zu ehren.

Der große öffentliche Auftritt ist normalerweise nicht seine Sache. Heribert Hölz, Leiter der Bosnienhilfe des Caritasverbandes Duisburg, ist eher ein Mann der Tat. Unermüdlich setzt er sich für die Ärmsten der Armen in Bosnien ein, sammelt Spenden, bringt Lebensmittel ins immer noch vom Bürgerkrieg gezeichnete Land, vermittelt Patenschaften und unterstützt in Privatinitiative eine Suppenküche. Angesichts dieses Engagements vergibt der Hauptausschuss die höchste Auszeichnung im Duisburger Karneval – "Bürger des Jahres" – diesmal an den Begründer der Bosnienhilfe. Und da es für ihn in erster Linie um die Sache und nicht um seine Person geht, nimmt Hölz die Ehrung gerne an.

Der 1942 in Hochfeld geborene und aufgewachsene Hölz wird für sein herausragendes humanitäres Engagement geehrt. Als Kriegskind geboren und ohne Vater, der 1944 an der Ostfront fiel, aufgewachsen, geprägt von der Not und den Entbehrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit, war es ihm stets ein Herzensanliegen, Menschen zu helfen. So wurde er Diplom-Sozialarbeiter und trat 1968 eine Beschäftigung beim Caritasverband Duisburg an, dem er bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2007 treu blieb.

1992 entschloss sich Heribert Hölz, den vom Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien betroffenen Menschen zu helfen. Unter persönlichen Risiken reiste er damals ins Kriegsgebiet, war vom Grauen und der Not erschüttert. Aus dem Nichts schuf er die Bosnienhilfe, die bis heute zahlreichen Menschen in der krisengeschüttelten Region hilft. 70 Hilfstransporte hat Hölz inzwischen organisiert, produziert jährlich mit seiner Frau Ursula 7000 Gläser Marmelade, von deren Verkauf er die Suppenküche in Zenica unterhält. Ohne dieses Geld hätte die Suppenküche längst schließen müssen, denn vom Staat gibt es keinen Zuschuss. Dabei sind vor allem ältere Menschen auf die Hilfe angewiesen, ist die tägliche Suppe für sie oft die einzige Mahlzeit am Tag.

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Die Bosnienhilfe, die Hölz seit seiner Pensionierung ehrenamtlich führt, hilft auch Schulen und Kindergärten, unterstützt Kleinbauern durch Hilfe zur Selbsthilfe und finanziert in zwei Kleinstädten die Alten- und Krankenpflege. Heribert Hölz ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Viele Jahre war er nebenberuflich als Musiklehrer tätig. Angesichts des Sessionsmottos "Auch ohne Moos zieh´n wir Narren los" hätte der Hauptausschuss Duisburger Karneval kaum einen passenderen und würdigeren Bürger des Jahres finden können.

Überreicht werden Orden und Urkunde am 27. Januar (nur für geladene Gäste). Die Feier zur Ehrung des Bürgers des Jahres wird auch weiterhin von der König-Brauerei ausgerichtet, findet aus organisatorischen Gründen jedoch erstmals nicht im Theodor-König-Keller, sondern im Marxloher Hotel Montan statt.

(RP)