Theater Am Marientor: Hinter den Kulissen bei "Alles was zählt"

Theater Am Marientor : Hinter den Kulissen bei "Alles was zählt"

Im TaM ist momentan viel los: Am Dienstag gastierte hier Helge Schneider, gestern drehte RTL für eine Fernsehsendung.

Dreharbeiten im TaM — aber Lisa Schulten (21) aus Duisburg bleibt ganz ruhig: Sie war schon bei vielen Produktionen als Komparsin mit am Set. "Spannend finde ich zu sehen, wie viel Arbeit eigentlich hinter einer Szene steckt", sagt sie. Der Theatersaal füllt sich langsam mit Statisten für den Dreh einer Szene der Serie "Alles was zählt". Auf der Bühne gehen Marc Schöttner und Jenny Bach ein letztes Mal ihre Tanzschritte durch. "Ich bin immer der Erste, der die Drehbücher in den Händen hat", sagt Schöttner, der die Rolle des Lukas Levin spielt. Täglich wird die Serie von 3,5 Millionen Zuschauern gesehen. Das sei für einen Schauspieler viel Druck, berichtet Schöttner: "Ich sitze dann abends im Bett und lerne ein, zwei Stunden die neuen Texte."

Heißer Tanz: Jenny Bach und Marc Schöttner in Aktion. Foto: Christoph Reichwein (REI)

Die Vorbereitung ist bei dieser Serie besonders wichtig, da es nicht ausreichend Zeit für Proben gibt. Für knapp zwei Minuten Spielzeit sind ganze 30 Minuten Drehzeit notwendig. Da pro Tag eine Folge abgedreht werden muss, bleibt den Schauspielern da nicht viel Freizeit. "Ich schlafe in jeder freien Minute", gesteht Jenny Bach, "sogar in der Kantine." Seit einem Jahr spielt sie die Rolle der Julia Meyer. "Es ist super, einen Charakter zu spielen, den es vorher noch nicht gab", sagt Jenny Bach, die vom Theater den Konkurrenzkampf um Besetzung gewöhnt ist. Hier lebt man in der Rolle und macht alle ihre Entwicklungen mit. "Man führt irgendwie ein Doppelleben", sagt Schöttner. Auch er nimmt seine Rolle sehr ernst. Um sich in die Drogensucht seiner Figur einzufühlen, recherchierte er viel und nahm gezielt ab, um die Auswirkungen der Drogenabhängigkeit authentisch darzustellen: "Ich liebe es, gefordert zu werden."

Gefordert wird er auch von dem Choreographen Selatin Kara, der für alle Tanzszenen zuständig ist. "Für mich war der Ansporn, endlich Tanzen wieder ins Fernsehen zu bringen", so Kara. Auch für oftmals unerfahrene Komparsen muss er die Choreographien ausarbeiten.

(RP)
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