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Duisburg: Hier läuft die Inklusion gut

Duisburg : Hier läuft die Inklusion gut

Anders als Gesamtschulen im Westen machen Schulleiter des Rheinhauser Krupp-Gymnasiums und Rumelner Gerhart-Hauptmann-Grundschule positive Erfahrungen.

Zuwenig Sonderpädagogen, Räume, Material, kleine Klassen, zahlreiche Schulen klagen über Probleme bei der Umsetzung der Inklusion, des Unterrichts behinderter Schüler in Regelschulen. Das Krupp-Gymnasium in Rheinhausen hat aber eher positive Erfahrungen mit der Integration gemacht. Schon seit Jahren werden hier behinderte Kinder beschult, momentan sechs Mädchen und Jungen. Schulleiter Peter Jöckel: "Dabei arbeiten wir mit zwei Förderschul-Kolleginnen zusammen. Ohne die Unterstützung durch Integrationshelfer käme die Schule in diesem Bereich nicht zurecht."

Viele Eltern wünschten sich aber eine weitergehende Ausbildung der Helfer für die Betreuung ihrer Kinder. "Die Schule hat eine Kollegin damit betraut, als Inklusionsbeauftragte die Arbeit besonders zu koordinieren. Durch die gute Kooperation mit den Förderschul-Kolleginnen an der Schule und durch gute Kontakte organisiert sich die Schule die nötige Fortbildung weitgehend selbst." Ein passgenaues Unterstützungsangebot für die Schulen sei aber nicht in Sicht. Das Krupp-Gymnasium habe sich um eine organisatorische Unterstützung der Inklusion durch eine Fachkraft der Stadt gekümmert, so Jöckel. Die Fachkraft befinde sich noch in der Fortbildung.

Zwar sei die Schule nicht barrierefrei, sie versuche sich aber mit ihrem Raumangebot "auf die Anforderungen der Inklusion einzustellen". Das Krupp-Gymnasium habe einen Inklusions- und Auszeitraum eingerichtet, um Schüler auch einmal aus dem Unterricht herausnehmen zu können und sie außerhalb des Klassenraums sinnvoll zu beaufsichtigen und zu unterrichten. Schulleiter Jöckel schätzt die Situation insgesamt so ein: "Alle Schüler profitieren von der Inklusion an der Schule, da die besondere Förderung inklusiv beschulter Kinder auch den Mitschülern zu Gute kommt. Es zeigt sich, dass Klassen, in denen Kinder mit besonderem Förderbedarf beschult werden, Sozialkompetenzen in besonders hohem Maß entwickeln."

Gerade an den Grundschulen spielt die Inklusion eine wichtige Rolle. So beschulen in Rheinhausen die GGS Mevissenstraße, Beethovenstraße und Marktstraße eine Reihe behinderter Mädchen und Jungen. Auch die Gerhart-Hauptmann-Grundschule in Rumeln, an der drei behinderte Kinder unterrichtet werden, befasst sich seit Jahren mit dem Thema.

Für Schuleiterin Anke Martini-Heckhoff ist dabei die offene innere Haltung aller Lehrer zur Integration behinderter Kinder entscheidend: "So arbeitet das Kollegium unserer Schule kontinuierlich an der Entwicklung eines Inklusionkonzeptes, denn wir mussten als Grundschule schon immer den individuellen Förderbedarfen unserer heterogenen Schülerschaft gerecht werden, auch wenn wir noch keine offizielle "Schule des gemeinsamen Lernens" sind."

Die Rumelner Schule versuche, Schüler mit Förderbedarf, auch wenn noch kein offizieller sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, individuell zu unterstützen. Das geschehe durch ein schulinternes Erziehungskonzept, intensive Teamarbeit, ein strukturiertes Klassenmanagement, Wechsel von offenen und strukturierten Arbeitsformen und ganz viel Engagement und Einsatz des Kollegiums. Anke Martini-Heckhoff: "Sicherlich ist der Weg zur Inklusion kein einfacher, aber nur wenn wir uns auf den Weg machen, nähern wir uns dem Ziel."

(RP)