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A59 dicht: "Hier ist der Teufel los"

A59 dicht : "Hier ist der Teufel los"

Seit Donnerstagnacht, 24 Uhr, ist die Duisburger Stadtautobahn in Richtung Düsseldorf dicht. Bis zum Montag soll die Asphaltdecke abgetragen sein. 30 Lkw fahren derzeit im Dauerbetrieb. Und das ist erst der Anfang. Projektleiterin Annegret Schaber hat eine Baustelle zu managen, die komplizierter ist als die Vollsperrung der A40 vor zwei Jahren.

Für Pendler, die sonst die A59 nutzen, hat der Ausnahmezustand begonnen. Am Donnerstag und Freitag blieb das befürchtete Chaos noch aus: Der Feiertag am 1. Mai und der anschließende Brückentag ins Wochenende ließen den Verkehr überschaubar bleiben. Der erste Härtetest ist am Montag zu erwarten, wenn die erste normale Arbeitswoche unter den neuen Vorzeichen beginnt.

Die Baustellenplaner von Straßen.NRW haben sich viel vorgenommen. Die erste Bake wurde bereits am Mittwochabend aufgestellt, anschließend zogen die Fachleute vom Straßenbau bereits Markierungen für die spätere Verkehrsführung auf der Baustelle, zusätzlich wurden Schranken und Beleuchtung aufgestellt. "Wir gehen gleich in die Vollen, um keine Zeit zu verlieren", sagt Projektleiterin Annegret Schaber.

"Wir haben keinen Tag übrig"

Die A59 gehört in den folgenden fünf Monaten zu den schwierigsten Baustellen des Landes. Der Druck ist immens. Die Zeit ist denkbar eng getaktet. "Wir haben keinen Tag übrig. Und unser oberstes Gebot ist es, keine Bauzeitverlängerung zu bekommen", sagt Schaber.

Darum feuern sie seit dem ersten Tag aus allen Rohren. In der Nacht zum 1. Mai wurde die Fahrtrichtung Düsseldorf ab dem Kreuz Hamborn gesperrt, gearbeitet wird an sieben Tagen in der Woche von 6 bis 22 Uhr, aufgeteilt in Früh- und Spätschicht. Auf der Baustelle sei mehr los als auf der noch freigegebenen Gegenfahrbahn, beschreibt Schaber ihren Eindruck. "Hier ist der Teufel los", sagt sie.

Alles geschieht möglichst gleichzeitig

"Auf der gesamten Strecke sind drei Großfräsen und mehrere kleinere im Einsatz", erzählt sie von den ersten Fortschritten. Die Zeit drängt. Bis zum Montag soll die Fahrbahndecke abgetragen sein. 30 Lkw sind im Dauerbetrieb unterwegs. Gleichzeitig wachsen unter den Brücken die Gerüste, Bagger sind damit beschäftigt, die Betonstreifen an der Seite abzureißen.

Dann wird es kompliziert. Die Brücke muss gesäubert werden, bis das Stahlgerüst offenliegt. Mit Wasserstrahlern rücken die Teams den drei Bauwerken zu Leibe. Die Abdichtungen müssen erneuert werden. Gleichzeitig rücken die Schweißtrupps an, außerdem werden Schilderbrücken, Schallschutzwände und Leitplanken erneuert. In Spitzenzeiten sind am Tag 400 Leute im Einsatz.

Zwei Meter Plan

Das Baustellenmanagement steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Im Unterschied zu einer normalen Autobahnstrecke besteht die Passage auf der A59 zu einem großen Teil aus Brücken, jede mit anderen Anforderungen an eine fachgerechte Sanierung.

Wer sich bei Projektleiterin Annegret Schaber nach einzelnen Schritten im Ablaufplan erkundigt, erntet daher Gelächter. Das Feintuning der Mammutbaustelle ist kleinteilig. "Sie sollten den Ablaufplan sehen, der bei uns hängt", sagt Schaber. Zwei Meter sei der lang.

Noch größer als bei der A40

Schon vor zwei Jahren hat sie erfolgreich den spektakulären, weil mit Vollsperrung versehenen Umbau der A40 organisiert. Doch einem Vergleich hält die Baustelle A59 nicht nur stand, sondern erweist sich als sogar noch anspruchsvoller. Allein die Kosten eignen sich als Indiz: "Bei der A40 habe ich für drei Monate Umbau zehn Millionen Euro umgesetzt, jetzt sind es 50 Millionen Euro in fünf Monaten", sagt die Projektleiterin. Mehr Personal, mehr Maschinen, mehr Einzelbaustellen.

Angesichts der Aufgabe befinden sich auch Annegret Schaber und die Kollegen der Bauleitung rund um die Uhr im Einsatz. "Mit ein paar Überstunden ist wohl zu rechnen", sagt die Projektleiterin.

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(pst)