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Herbert Reul mit Manni Breuckmann beim Landhaustreff in Duisburg

NRW-Innenminister beim Landhaustreff : Mannis Schlagabtausch mit Herbert Reul

NRW-Innenminister Herbert Reul plaudert beim Landhaustreff am Montag mit Manni Breuckmann über Lüdge, Familienclans – und Fußball. Der Comedian Wolfgang Trepper erhält bei seinem Auftritt viel Applaus.

Reporterlegende Manfred „Manni“ Breuckmann war bestens aufgelegt. Gleich zu Beginn des 43. Landhaustreffs im Landhaus Milser erinnerte er daran, dass er mit dem Gast des Abends, NRW-Innenminister Herbert Reul, schon in seiner Zeit als WDR-Landeskorrespondent gerne mal aneinandergeraten war. Und so versuchte er auch am Montagabend, Reul mit allerlei Frotzeleien und Sticheleien aus der Reserve zu locken – was zur Freude der rund 100 Gäste phasenweise sogar gelang.

Das Thema Lüdge eignet sich eigentlich wenig für einen unterhaltsamen Abend, an dem Roastbeef, Steinbutt und Eistorte aufgetischt wurde. Aber natürlich kam der Innenminister da nicht drumherum. Ob er die Polizei in seiner Kritik zu hart angegangen habe, wollte Breuckmann wissen. „Einige Polizisten haben doch gesagt: Der Reul, der ist ein Verräter.“ Davon wollte Herbert Reul allerdings nichts wissen. Selbstverständlich stelle er sich als Innenminister immer vor die Beamten, konterte Reul. „Wenn Polizisten allerdings gravierende Fehler machen, müssen sie auch dafür geradestehen“, meinte er. „Es geht doch jetzt darum, was wir künftig besser machen können, zum Beispiel mit einer Spezialausbildung für Polizisten.“ „Aber wie kriegen Sie denn den Schlendrian bei der Polizei raus?“, so Breuckmann. Das sei schon gelungen, sagte Reul: „Ich glaube, dass jetzt in allen Präsidien die Lampen angegangen sind.“

Dass der in Leichlingen lebende Herbert Reul in einem Alter, in dem andere in den Ruhestand gehen, noch einmal Innenminister werden würde, habe er zunächst selbst nicht gedacht. „Nach 19 Jahren im Landtag wollte ich noch einmal etwas ganz anderes machen und bin dann nach Brüssel gegangen.“ Er erinnerte an seine Schwerpunktthema wie Energie-, Bildungs- oder auch die Koreapolitik. „Sind Sie ein Universalgenie?“, fragte Breuckmann und hatte die Lacher auf seiner Seite. Reul sagte, er habe sich nichts vorzuwerfen, und Rücktrittsforderungen der Opposition an einen Innenminister gehörten nun mal zum Tagesgeschäft.

Herbert Reul freute sich, dass sein Kampf gegen die Zeitumstellung nun letztlich doch erfolgreich gewesen sei. „Zwei Mal im Jahr die Zeit umstellen – für nichts. Es hat sich ja herausgestellt, dass sich mit der Umstellung auf die Sommerzeit keine Energie einsparen lässt.“ Stattdessen klagten Landwirte über die Folgen, manche Menschen hätten dadurch ein echtes Gesundheitsproblem, und die Zahl der Verkehrsunfälle nähmen direkt nach der Umstellung zu. Breuckmanns Entgegnung: „Der große Vorteil der Sommerzeit ist doch, dass ich bis 22 Uhr im Hellen auf meiner Terrasse sitzen kann.“

Dass Herbert Reul als Anhänger von Bayer Leverkusen mit dem Schalke-Fan Manni Breuckmann auf in Sachen Fußball nicht immer einer Meinung war, lag auf der Hand.

2017, so Reul, habe es 6000 tätliche Angriffe auf die Polizei gegeben. „Da ist jetzt Sense. Ich verlange, dass jeder Angriff auch zur Anzeige gebracht wird, selbst wenn die Beweislage später vor Gericht schwierig ist. In der Bevölkerung fehlt es an Rückendeckung, Wertschätzung und Respekt gegenüber der Polizei.“ Breuckmanns Einwurf, ob dies in manchen Bevölkerungsgruppen, etwa bei Migranten, nicht besonders gravierend sei, ließ Reul nicht gelten: „Das geht durch alle Bevölkerungsgruppen. So gibt es gerade bei Fußball-Hooligans viele formal durchaus Gebildete.“ Auch der von Reul forcierte Kampf gegen Familienclans war Thema. „Das wird uns noch einige Jahre beschäftigen. Dieses Problem lösen wir nur Stück für Stück. Zunächst müssen diese Menschen begreifen: Bei uns gilt das Recht des Staates und nicht das Recht der Familie.“

Den Schlusspunkt setzte schließlich der Auftritt des gebürtigen Duisburger Comedians Wolfgang Trepper. In gewohnt polternder Manier ließ er sich über Politik, Sport sowie Klatsch und Tratsch aus. Im Hinblick auf die anstehende Europawahl meinte Trepper: „Es gibt in den Regierungen in ganz Europa doch nur noch zwei echte Kerle: Theresa May und Angela Merkel.“