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Duisburg: Heino begeistert seine Fangemeinde

Duisburg : Heino begeistert seine Fangemeinde

Von Rammstein bis Bach – Heino bot am Mittwochabend in der Rheinhauser Erlöserkirche eine Mischung, die es in sich hatte.

Von Rammstein bis Bach — Heino bot am Mittwochabend in der Rheinhauser Erlöserkirche eine Mischung, die es in sich hatte.

Die Erlöserkirche war voll. Der Anlass war aber auch ein ganz besonderer: Zu Gast war Heino, immer noch einer der populärsten Sänger der Unterhaltungsbranche. Seit einigen Jahren tourt der Düsseldorfer mit seinem festlichen Konzertprogramm "Die Himmel rühmen" durch die Republik. Die Konzerte finden vorwiegend in Kirchen und historischen Gebäuden statt und geben dem Ganzen dadurch eine ganz besondere Note. Das war auch in Rheinhausen so.

Der Bereich unterhalb der Kanzel diente als Bühne; warme Lichteffekte sorgten im Altarraum für eine zusätzlich stimmige Atmosphäre. Heino "rühmte" aber nicht allein. Dabei war auch Franz Lambert mit seiner auch optisch beeindruckenden weißen Wersi-Orgel. Lambert hat sich mit Auftritten in aller Welt in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen gemacht. Der populäre Musiker und Komponist ist dem Fußball sehr verbunden, hat die Fifa- und die DFB-Hymne komponiert und ist heute noch musikalisch bei den Endspielen um den DFB-Pokal im Berliner Olympia-Stadion dabei. Vervollständigt wird das "Himmel rühmen"-Ensemble durch den in Duisburg geborenen Gitarristen Werner Hucks und das Gloria-Terzett, das als Background-Chor die Musikbeiträge perfekt abrundete.

Wer Heino nur als Interpret deutscher Volkslieder verinnerlicht hat, wurde überrascht. Natürlich bediente der blonde Bariton mit der unverkennbaren dunklen Sonnenbrille auch dieses Genre; aber nicht nur bei dieser Konzertreihe wird deutlich, dass sich Heino mittlerweile musikalisch vielseitiger präsentiert.

Das wurde auch an dem bunten Programm deutlich, bei dem natürlich klassische Stücke wie das mit mächtiger Stimme vorgetragene "Ich bete an die Macht der Liebe", der Choral "Lobe den Herren" und gleich zwei Versionen des "Ave Maria" nicht fehlen durften. Aber auch der "neue Heino" war mit dem Rammstein-Hit "Sonne" und dem Song "Junge" der Punkrock-Band "Die Ärzte" präsent. Und bevor die deutsche Volksmusik-Ikone Nenas "Leuchtturm" musikalisch interpretierte, kommentierte er den Schlagertext des Pop-Stars und merkte an, dass er mit ihr nur "bis ans Ende dieser Welt" gehen würde, wenn er seine Ehefrau Hannelore mitnehmen dürfe.

Aber nicht nur Heino beeindruckte. Stark war auch der Solo-Auftritt des Gloria-Terzetts mit einer einfühlsamen Version des Leonard-Cohen-Welthits "Halleluja". Ein absolutes musikalisches Highlight bot der vielseitige Jazz-Gitarrist Hucks, als er Bachs "Präludium und Fuge D-Dur", das üblicherweise auf der Orgel gespielt wird, als perfektes Gitarren-Solo darbot. Auch Franz Lambert konnte mit der Titelmusik der TV-Serie "Die Dornenvögel" zeigen, welch großartiges "Orchester" er mit seiner Orgel herbeizaubern kann.

Ein beeindruckender Konzertabschluss war das gemeinsam gesungene "Großer Gott wir loben dich". Der nicht enden wollende Beifall der Besucher zeigte, dass Heino mit dieser "Wunschkonzert-Mixtur" genau den Nerv seiner Fans getroffen hat.

(pol)