Heile Schützenwelt in Duisburg-Buchholz

St. Sebastianus Schützen : Heile Schützenwelt in Buchholz

In Buchholz gibt es genug Nachwuchs und auch Königsanwärter. Starke Frauen bereichern die Bruderschaft seit 45 Jahren – anfangs gegen erheblichen Widerstand.

Michael Schilling schaute ganz entspannt dem Treiben beim Eröffnungsball im Festzelt zu. Das konnte der 1. Brudermeister der Buchholzer St.-Sebastianus-Schützen auch. Das Zelt war genau wie am Abend zuvor bei der Oldie-Night gut gefüllt, und auch der feierliche Zapfenstreich vor der Judas-Thaddäus-Kirche hatte wieder viele Besucher angelockt. Mit Blick auf die Schwierigkeiten, die die eine oder andere benachbarte Gesellschaft hat, scheint die Buchholzer Schützenwelt noch in Ordnung.

Das bestätigt alleine schon die Statistik. Die 95 Jahre alte St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft besteht aus 13 Kompanien, rund 370 Mitglieder bilden eine solide Basis. „Nachwuchsprobleme haben wir nicht“, erläuterte Michael Schilling und fügte ergänzend hinzu: „Bei uns nehmen allein 70 Jungschützen aktiv am Vereinsleben teil“.

Auch Schillings Sohn Moritz ist mit seinen acht Jahren schon mit Begeisterung dabei. Er ist Mitglied der Raphael-Gruppe. Im Vordergrund steht – wie bei den erwachsenen Schützen – das Gemeinschaftserlebnis, dazu gehören nicht nur die regelmäßigen Gruppentreffen, sondern auch Fahrradtouren, Oster- und Nikolaus-Aktivitäten und Wochenendfahrten.

Und an Schützenkönig-Kandidaten mangelte es bisher auch nicht. Bis am Montag der neue Schützenkönig am Schießstand an der Klagenfurter Straße ermittelt wurde, waren Friedhelm Osterfeld und seine Frau Maria im Amt. Beide haben „ein wunderschönes Jahr“ erlebt, wie Maria Osterfeld rückblickend feststellte. Dabei waren sie in gleicher Funktion bereits vor 25 Jahren unterwegs. Sie wurden zu offiziellen Veranstaltungen eingeladen, waren das ganze Jahr über auf Gratulationstour und bei besonderen Familienereignissen unterwegs. Das alles, wie auch das festliche Outfit der Königin, gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Der Verein unterstützt das amtierende Königspaar finanziell. Michael Schilling: „Bei uns kann sich jeder leisten, König zu werden.“

Maria Osterfeld hat wesentlich dazu beigetragen, dass vor 45 Jahren Mädchen in die Bruderschaft aufgenommen wurden. „Wir haben es nicht mehr eingesehen, nur Anhängsel der männlichen Schützen zu sein“, sagt sie und erinnert sich an große Widerstände aus der Bruderschaft: „Viele Schützen haben mit Austritt gedroht.“ Die Mädels hatten Erfolg, im Jahr 1982 wurde mit der Barbara-Kompanie die erste reine Mädchen-Formation in die Bruderschaft aufgenommen. Heute sind die Frauen mit ihren fünf Kompanien aus der Bruderschaft gar nicht mehr wegzudenken.

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