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Duisburg: Haus Ohlmann kein Denkmal

Duisburg : Haus Ohlmann kein Denkmal

Die Traditionsgaststätte in Bergheim, in der Mitte 2007 das letzte Bier gezapft worden war, kann nun doch abgerissen werden. Ein Gericht hat entschieden, dass das Gebäude von 1878 nicht denkmalwürdig ist.

Bergheim Die Traditionsgaststätte "Haus Ohlmann" ist kein Denkmal. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf jetzt entschieden – und damit der Eigentümerin des Grundstücks In den Peschen 129 in Bergheim Recht gegeben. Die Krefelderin kann das Haus nun doch abreißen lassen, um das Grundstück anderweitig zu vermarkten. Das hatte sie schon 2007 vor. Auf Wunsch der Bezirksvertretung wurde das Gebäude jedoch zunächst unter Denkmalschutz gestellt.

Der letzte Mieter hatte die Gaststätte Mitte 2007 geräumt. Das Haus sei baufällig und ein Gaststättenbetrieb nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben, argumentierte die Grundstückseigentümerin daraufhin. Sie müsse zu viel investieren, um die erloschene Konzession wieder zurückzubekommen. Ein Verkauf der Immobilie sei aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage auch nicht möglich.

Es gab bereits Pläne, nach einem Abriss auf dem Areal Wohnhäuser zu bauen. Das damals interessierte Bauunternehmen machte jedoch einen Rückzieher. Weitere Firmen kamen nicht zum Zuge, denn die Bezirksvertretung beschloss im August 2007 einstimmig, das Prüfverfahren zur Unterschutzstellung einzuleiten. Ende Mai 2009 wurde das Gebäude in die Denkmalliste eingetragen. Einen Monat später erhob die Eigentümerin Klage.

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Verkauf ist geplant

Nach Bekanntgabe des Urteils zeigte sich ihr Anwalt gestern erfreut: "Nachdem die gerichtliche Entscheidung feststeht, dass das Gebäude kein Denkmal ist und nicht erhalten werden muss, kann unsere Mandantin das Grundstück zur Neubebauung anbieten", teilte Bernhard Matusche mit.

Mehrere Gründe waren für eine Unterschutzstellung aufgeführt worden: Das Haus habe eine "besondere Bedeutung hinsichtlich der Ortsgeschichte von Bergheim". Die Gaststätte sei über Jahrzehnte Schauplatz privater und gesellschaftlicher Ereignisse gewesen und sei "im kollektiven Gedächtnis der Bürger fest verankert". Außerdem habe sich in der Nähe einst ein See befunden, an dem sie sich als "Ausflugsstätte im Grünen" etabliert habe.

Geschichtlich nicht wertvoll

Das Gericht ließ das nicht gelten. Ein Denkmal müsse "im besonderem Maße geeignet sein, geschichtliche Entwicklungen aufzuzeigen und zu erforschen", heißt es in der Urteilsbegründung. Diese Voraussetzung sei nicht erfüllt. Das Haus habe keinen "besonderen Aussagewert für die Baugeschichte der Stadt". Und auch die Lage sei keine besondere: Einen See habe es dort nie gegeben. Alte Karten und Luftbilder zeigten lediglich Wiesen, die gelegentlich überschwemmt gewesen seien. Die Zulassung zur Berufung kann beantragt werden.

(RP)