Haniel Klassik Open Air begeistert die Zuhörer in Duisburg

Rauschendes Musikfest : Haniel Klassik Open Air begeistert die Zuhörer in Duisburg

Das „4. Haniel Klassik Open Air“ war wieder ein rauschender Erfolg. Die Duisburger Philharmoniker und der Chor der Deutschen Oper am Rhein zündeten ein musikalisches Feuerwerk.

Alle zwei Jahre zur Eröffnung der Spielzeit gibt es Anfang September auf dem Opernplatz vor dem Theater gute Musik beim Haniel Open Air. Bei freiem Eintritt kommen jedes Mal bis zu 7000 Menschen – mehr passen nicht auf den angrenzenden König-Heinrich-Platz.

Das Programm von Generalmusikdirektor Axel Kober und den Duisburger Philharmonikern reichte diesmal von der Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 op. 72a aus der frühen Fassung namens „Leonore“ der Oper „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven (in der eine Ferntrompete den Gefangenen die rettende Ankunft des Ministers ankündigt) bis zum Finale des zweiten Akts aus der Oper „Aida“ von Giuseppe Verdi (in dem zweimal drei – damals eigens konstruierte – Aida-Trompeten den Triumph der Ägypter über die gefangenen Äthiopier verkünden). Den starken Gesang lieferten diesmal Liana Aleksanyan, Sylvia Hamvasi und Heidi Elisabeth Meier (Sopran), Ramona Zaharia (Mezzosopran), Sergej Khomov, Florian Simson und Corby Welch (Tenor) und Bogdan Baciu (Bariton) sowie Sami Luttinen und Bogdan Taloş (Bass) aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, außerdem deren Chor und Extrachor.

Götz Alsmann moderierte den Abend in seiner altbekannten Art gekonnt souverän. Foto: Norbert Prümen (nop)

Götz Alsmann war wieder der bewährte Moderator, mit Sprüchen wie „Wir spielen heute Beethoven, obwohl dessen 250. Geburtstag erst im nächsten Jahr gefeiert wird. Wir sind also die ersten! Wir könnten auch Musik von Jacques Offenbach spielen, der in diesem Jahr vor 200 Jahren geboren wurde. Aber dann wären wir die letzten!“ Zum weiteren Schicksal der „Fidelio“-Figuren meinte er: „Leonore und Florestan lebten zusammen glücklich bis an ihr Lebensende und Pizarro spielt heute bei Werder Bremen.“

Diesmal war Alsmann auch für die offiziellen Zugaben verantwortlich. Zunächst war er der halb parodistische Gesangs-Solist in „Die Beine von Dolores“ von Michael Jary – da sang ein großer Teil des Publikums schon mit, sofern sie konnten vor Lachen. Erstmals kam dazu die vierköpfige Götz-Alsmann-Band (laut ihrem Leiter „erkennbar an den dezent gestreiften Sakkos“), zunächst in „Dein Kuss von gestern Nacht mein Schatz“ von Alexander Steinbrecher und dann mit den Philharmonikern in „Tausend Mal möcht‘ ich dich küssen (Bésame Mucho)“ von Consuelo Velázquez und „Ninon“ von Walter Jurmann. Zum abschließenden Feuerwerk vereinigten sich alle Mitwirkenden zu „Roll over Beethoven“ von Chuck Berry im Arrangement von Evelyn Klaunzer, das am Ende in den Schlusschor aus der neunten Sinfonie von Beethoven überging. Am meisten Spaß am Losrocken zeigten dabei die vier Opernsängerinnen und fünf Opernsänger.

Das anrückende Tiefdruckgebiet hieß zufälligerweise „Götz“ – aber da an diesem Abend nur ein paar Tropfen Regen fielen, sorgte der Hochdruck von der Bühne – optisch und akustisch bis ganz nach hinten übertragen – für große Freude bei den Menschen.

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