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Duisburg: Hallenbad-Lurch findet ein neues Biotop

Duisburg : Hallenbad-Lurch findet ein neues Biotop

Als Lurche oder Amphibien bezeichnet man alle Landwirbeltiere, die sich nur in Gewässern fortpflanzen können. Gemeinhin unterscheidet man die drei großen Untergruppen Frosch-, Schwanz- und Schleichenlurche. Und dann gibt es da noch den Lurch-Spezies als Wandmosaik, dass einst die Eingangshalle des Rheinhauser Hallenbades an der Schwarzenberger Straße in Hochemmerich schmückte. Nahezu fünf Jahrzehnte lang fiel der Blick der Badegeäste immer zuerst auf das Steinmosaik. Auf blauem Quarzit Untergrund ist ein Lurch dargestellt, dessen Gerippe aus Rheinkiesel ausgebildet wurde. Als die Stadt das 1961 eröffnete Bad 2010 schloss, war das Schicksal des Gebäudes und damit auch des farbigen Wandmosaiks noch keineswegs geklärt.

Inzwischen ist klar: Das heruntergekommene Hallenbad-Gebäude soll bis Ende des Jahres abgerissen, auf dem Grundstück 2017 ein großes Gesundheitszentrum gebaut werden. Bereits 2012 hatte sich die Bezirksvertretung Rheinhausen festgelegt, was in diesem Fall mit dem Wandmosaik geschehen soll. "Der Lurch", den der Moerser Bildhauer Hans-Bernd Messing gemeinsam mit einer Kunstgruppe des ehemaligen Neusprachlichen Mädchengymnasiums an der Schwarzenberger Straße vor rund 55 Jahren für die Eröffnung des Bades schuf, sollte erhalten werde, so der Wille der Volksvertreter.

Und so wurde das seltene Exemplar der Gattung "Lurch" gerettet: Das Jobcenter Duisburg beauftragte 2012 die Gesellschaft für berufliche Aus -und Weiterbildung (GBA). Deren Mitarbeiter bauten das Mosaik unversehrt aus der Wand im Hallenbadgebäude aus. Michael Gördes, Niederlassungsleiter der GBA Duisburg, sagte damals: "Vier Kräfte und ein Ausbilder haben in rund zwei Wochen den Ausbau des Mosaiks bewerkstelligt." Ganz vorsichtig musste das Mosaik rundherum frei gestemmt werden. Roland Gläser, Bauausbilder bei der GBA, berichtete damals, "dass das Mosaik seinerzeit vom Bildhauer glücklicherweise auf einzelnen rund vier Zentimeter dicken Betonfragmenten aufgebracht, diese dann auf Stahldübeln aufgeschoben und in die Wandfläche eingeputzt wurden." So gelang die Rettungsaktion für den "Lurch".

Bauherr Wilbert Schiffmann und Architekt Dieter Düster hatten angekündigt, dass der "Lurch" ab 2018 im neuen Gesundheitszentrum Glückaufplatz wieder angesiedelt wird, innen im Foyer oder außen an der Fassade.

(RP)