1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Halde: Die Stimmung kippt

Duisburg : Halde: Die Stimmung kippt

Die Mehrheit der Politiker im Bezirk spricht sich nun gegen die Pläne der RAG für die Halde Lohmannsheide in Baerl aus. Statt einer Deponie und später eines Freizeitareals wollen sie nun lieber ein Gewerbegebiet dort haben.

Baerl Die Mitglieder der Bezirksvertretung Homberg / Ruhrort / Baerl werden die geplante Deponie und damit auch das Freizeitareal, das später einmal auf der Bergehalde Lohmannsheide entstehen soll, mehrheitlich ablehnen. Die FDP, die sich als einzige Partei von Beginn an für die Pläne der RAG ausgesprochen hatte, ist nun doch dagegen.

Auch die Grünen, die dem Vorhaben zunächst prüfend gegenüberstanden, haben sich mittlerweile dagegen entschieden. Die CDU, die die Pläne von Anfang an strikt ablehnte, bleibt dabei. Eine Mehrheit im Gremium gegen das Vorhaben ist also sicher — unabhängig davon, wie sich SPD und Linke, die sich nach eigenen Angaben noch im Abwägungsprozess befinden, entscheiden.

Für ein Gewerbegebiet

CDU und FDP werden in die heutige Sitzung der Bezirksvertretung einen gemeinsamen Antrag einbringen, in dem sie die Verwaltung dazu auffordern, die Deponiepläne nicht weiter zu verfolgen und stattdessen das Gebiet als Gewerbefläche auszuweisen. Im gültigen Gebietsentwicklungsplan sei das Areal ja schon als solche festgesetzt; jetzt müsse auch der Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden.

  • Duisburg : Deponie: Politik will Klarheit
  • Duisburg : Pläne für Deponie in Baerl
  • Duisburg : Freizeitareal auf alter Halde

Es sei schon seit längerer Zeit bekannt, dass Gewerbeflächen in Duisburg immer knapper würden, argumentieren die Politiker. Werde die Halde Lohmannsheide als Gewerbegebiet genutzt, könne dieser Problematik zumindest zum Teil begegnet werden. Für ein Gewerbegebiet spreche zudem die Tatsache, dass die verkehrliche Infrastruktur bereits vorhanden sei.

Auch die Grünen haben sich mittlerweile eine Meinung gebildet und sind gegen die Pläne der RAG. "Wir haben lange recherchiert und uns alles noch einmal genau angesehen. Auch eine Deponie der Klasse I enthält schon einiges an Schadstoffen", sagt Bezirksvertreter Matthias Schneider. Hinzu komme der ganze Lastwagenverkehr über viele Jahre hinweg, den man als Grünen-Politiker ebenfalls nicht gutheißen könne.

Grüne wollen Bebauungsplan

Seine Fraktion spricht sich ebenfalls für ein Gewerbegebiet aus. Als Argument wird auch hier der aktuellen Gebietsentwicklungsplan herangezogen, der an dieser Stelle die Ansiedlung für Gewerbe vorsieht, speziell für kleine und mittlere Unternehmen, denn an denen mangele es im Bezirk. Auch Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer hätten den Flächenmangel schon beklagt, so die Grünen. Als Positivbeispiel nennen sie die erfolgreiche Ansiedlung von Gewerbe in Moers westlich der Halde. Dies zeige, dass gerade im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen konkrete Nachfrage bestehe. Viele Arbeitsplätze könnten dadurch geschaffen werden, und die Stadt könne sich über zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen freuen.

Die Grünen fordern in ihrem Antrag ebenfalls, den Flächennutzungsplan zu ändern. Und sie gehen noch einen Schritt weiter als CDU und FDP und verlangen einen Bebaungsplan, mit dem gleich gewerbliche Bauflächen festgesetzt werden.

(RP/rl)