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Duisburg: Haiti: Deutscher Helfer angekommen

Duisburg : Haiti: Deutscher Helfer angekommen

Der Duisburger Ruben Wedel ist am späten Donnerstagabend im Kastrophengebiet angekommen. Auf dem Flughafen in Haiti konnte siene Maschine nicht landen. Zurzeit packt er einen Bus mit Nahrungsmitteln in der Dominikanischen Republik. Wir konnten mit ihm kurz am Telefon sprechen. Wedel ist einer der ersten Helfer, denen es gelungen ist, aus Deutschland ins Krisengebiet zu fliegen.

Seit Dienstagmorgen klingelt das Handy von Ruben Wedel fast pausenlos. Seitdem hat er kaum ein Auge zu gemacht. Der 29-Jährige koordinierte die Rettungsaktion der Kindernothilfe Duisburg für die Erdbebenopfer in Haiti mit und bereitete seine eigene Abreise in den Karibikstaat vor.

Duisburg: Haiti: Deutscher Helfer angekommen
Foto: AP, AP

Am Donnerstagmorgen flog der Duisburger gemeinsam mit Ärzten und Pflegern der Hilfsorganisation humedica von Frankfurt aus ins Katastrophengebiet. Am späten Donnerstagabend ist die Maschine mit den deutschen Rettern in Punta Cana in der Dominikanischen Republik gelandet. Der Flughafen auf Haiti ist nach dem Erdbeben immer noch gesperrt.

Wedel gehört zu den ersten deutschen Helfer, die in der Katastrophenregion eingetroffen sind. Unsere Redaktion hat mit Ruben Wendel kurz nach seiner Ankunft am späten Donnerstagabend gegen 22.20 Uhr deutscher Zeit am Telefon sprechen können. Der 29-Jährige berichtet von einem unwirklichen Szenario. "Am Flughafen wird Musik gespielt, es läuft hier alles ganz normal ab. Nichts deutet hier in Punta Cana auf die Tragödie hin, die sich nur wenige hundert Kilometer entfernt abspielt." Alle sei in dem Touristenort wie immer, als ob nie etwas passiert wäre. Das stimme ihn nachdenklich und sei beängstigend. Zudem seien kaum andere Rettungsdienste zu sehen. "Wir haben einen Bus gemietet. Mit dem wollen wir nach Haiti fahren. Die Fahrt mit einem Schiff würde viel länger dauern."

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Die Kindernothilfe Duisburg setzt sich seit Jahren für Kinder und Jugendliche auf Haiti ein, baute zwei Schulen und ein Kinderheim. Alle drei Einrichtungen sind durch das Erdbeben zerstört worden. Viele Kinder, die Paten in Duisburg und Deutschland haben, sind tot oder werden noch vermisst. Die Kindernothilfe hat 100.000 Soforthilfe bereitgestellt.

Der 29-Jährige ist seit Tagen auf den Beinen. Zeit zum Schlafen hat er nicht. "Wichtig ist jetzt nur, dass wir schnell helfen, denn die Zeit läuft uns davon." Denn minütlich schwindet die Hoffnung, noch Überlebende unter den Trümemrn zu finden. Wedel hofft, am Freitagmittag Ortszeit die haitischen Hauptstadt mit seinem Bus erreichen zu können. Dann will er Kontakt mit einheimischen Helfern seiner Hilfsorganisation aufnehmen. Er hofft, dass das trotz des Chaos klappen wird.

"Da es dort kaum noch etwas an Nahrung gibt, kaufen wir hier in der Dominikanischen Republik so viel ein, wie wir mitnehmen können". Wedel erwartet das Schlimmste. "Wir machen uns auf alles gefasst. Ich werde mich sofort um die vielen Kinder kümmern, ihnen helfen. Das ist meine Hauptaufgabe."

Unsere Redaktion bleibt mit Ruben Wedel im regelmäßigen Telefonkontakt. Weitere Informationen von ihm gibt es am Freitagvormittag.