Duisburg Hafen verteidigt Terminal-Plan

Duisburg · Der Vorstand der Duisburger Hafen AG erklärt, wie das Unternehmen den Lkw-Verkehr nach der Errichtung eines Containerterminals im Gewerbegebiet Hohenbudberg aus den Wohngebieten heraushalten möchte.

Hohenbudberg Hafen-Chef Erich Staake verteidigt das geplante Containerterminal im Gewerbegebiet Hohenbudberg und weist Einwände von Umweltschützern zurück. "Es ist nie geplant gewesen, den Verkehr vom und zum Terminal über die Dahlingstraße durch Friemersheim zu führen", so Staake.

Hafen-Vorstand Markus Bangen stellte klar, dass an der Ausfahrt des Terminals den Plänen zufolge ausschließlich das Rechtsabbiegen in Richtung Bayerwerk zugelassen sein soll. Von dort sollten die Lkw über die Krefelder Straßen auf die L 473 n und dann möglichst auf die A 57 fahren.

Abbiegen durch Beton verhindern

Damit Brummifahrer sich auch an die vorgeschriebene Fahrtrichtung halten, will der Hafen für bauliche Vorrichtungen sorgen: Man werde das Abbiegen in die falsche Richtung "durch Beton verhindern", so Bangen. So werde auch die Lärmbelästigung für Anwohner so gering wie möglich gehalten.

Schlimmer betroffen wären vor allem die Insassen der sehr nahe gelegenen Forensik. Diese Einrichtung sei aber nun mal bewusst in ein Gewerbegebiet gebaut worden, so die Investoren. Vertreter des Hafens seien mit dem Leiter der Forensik im Gespräch über Lärmschutzmaßnahmen.

Den Bau der von weiten Teilen der Bürgerschaft verlangten "Querspange", also der direkten Verbindung zwischen Gewerbegebiet und L 473 n, lehnt Bangen ab: "Das würde so viel kosten wie die gesamte Infrastruktur des Hohenbudberger Terminals und stünde für uns in keinem Verhältnis." Es könne überdies nicht Aufgabe von Duisport sein, öffentliche Straßen zu bauen, meinte Hafen-Chef Staake. Seiner Ansicht nach bräuchten sich auch keine Lkw von Logport I über die Dahlingstraße durch Friemersheim zu quälen: "Von Tor 8 aus muss niemand raus", sagte er. "Wenn es nach uns ginge, gäbe es ein Durchfahrtsverbot an der Dahlingstraße. Aber die Stadtverwaltung setzt das einfach nicht um. An uns soll es nicht liegen."

Offener Brief an die Politik

Zwischenzeitlich hat der Vorstand des Friemersheimer Spar- und Bauvereins sich in einem offenen Brief an die Rheinhauser Bezirksvertretung geäußert. Darin wird der Duisburger Hafen AG vorgeworfen, die Belastung der Menschen und der Straßen in Friemersheim bewusst in Kauf zu nehmen. Der Bauverein werde "zur Wahrung unserer Interessen den uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Spielraum" ausnutzen.

Die Gesellschaft fordert von der Politik, das Engagement von Bürgern und Interessengruppen zu diesem Thema zu fördern, sich gegen den Lkw-Verkehr innerhalb der Stadt stark zu machen und sich für einen Masterplan zur Verkehrsführung in der Region einzusetzen.

(RP)
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