"HaDe" Schmitz über die Handball-WM 1978

Trainer-Legende „HaDe“ Schmitz erinnert sich : Mit dem Auto spontan zum WM-Finale 1978

Der frühere OSC-Handballer und -Trainer „HaDe“ Schmitz erinnert sich an seinen Endspiel-Ausflug vor 41 Jahren.

Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Freitagabend (20.30 Uhr/ARD) in Hamburg gegen Norwegen um den Einzug ins WM-Finale kämpft, wird auch Hans-Dieter Schmitz wieder vor dem TV-Gerät mitfiebern. Der Mann, den alle nur „HaDe“ rufen, spielte beim einstigen Duisburger Traditionsklub OSC Rheinhausen, war dort später auch als Trainer aktiv und ist in der Handball-Szene tief verwurzelt. „Ich traue unseren Jungs den Titel zu“, urteilt der Experte nach den Eindrücken aus der Vor- und Hauptrunde. „Die Stimmung in der Truppe ist sehr gut – und das ist wichtiger als jedes taktische Konzept.“

Das Endspiel würde im Falle eines Sieges dann am Sonntag in Dänemark steigen. Genau wie 1978, als Deutschland Weltmeister wurde. Damals beim sensationellen 20:19-Sieg über die hoch favorisierten Sowjetrussen saß Schmitz in Kopenhagen auf der Tribüne. „Das war eine recht spontane Aktion“, erinnert er sich an die Reise vor 41 Jahren. Damals war er Trainer des Bundesligisten TuSEM Essen. Gemeinsam mit einem Vorstandsmitglied des Vereins machte sich Schmitz im Privatwagen am frühen Sonntagmorgen des 5. Februar 1978 auf den Weg nach Kopenhagen. „Ich hatte die Karten ganz kurz vorher über Beziehungen zum Deutschen Handball-Bund bekommen. Ich weiß noch, dass wir acht Stunden von Essen bis zur Halle gebraucht haben – und das, obwohl sogar ein bisschen Schnee lag“, schildert Schmitz.

Den damaligen Bundestrainer Vlado Stenzel kannte Schmitz gut. „Er hat den damals am Boden liegenden deutschen Handball wieder aufgerichtet und professionellere Bedingungen mit täglichem Training eingeführt“, lobt Schmitz.

Bis 1976 war „HaDe“ Schmitz (r.) Spieler des OSC Rheinhausen. Foto: NRZ/Archiv

Als sie die mit 7000 Besuchern gefüllte Halle betraten, darunter etwa 2000 deutsche Fans, herrschte eine unbeschreibliche Atmosphäre. „Damals konnte man als Zuschauer noch viel problemloser zum Spielfeld und mit der Mannschaft quatschen“, erzählt Schmitz. Am besten kannte er aus dem WM-Aufgebot Gerd Rosendahl. Der war vor seinem Engagement beim VfL Gummersbach zuvor lange für den OSC und den VfL Rheinhausen auf Torejagd gegangen. „Aber auch mit Heiner Brand und Kurt Klühspies habe ich mich immer prima verstanden.“

Der WM-Triumph kam einer Sensation gleich. „Wir sind nach Spielschluss aufs Feld gestürmt und haben mit den Spielern Jubeltänze aufgeführt“, erinnert sich Schmitz. Weil es in ganz Kopenhagen kein freies Hotelzimmer mehr gab, ist das Duo dann noch in der Nacht wieder zurück nach Essen gefahren. „Das war ein langer, aber unvergesslicher Ausflug“, sagt Schmitz und schmunzelt.

Aus der jetzigen Mannschaft hat er die engste Verbindung zu den Nationalspielern Hendrik Pekeler und Fabian Böhm. „Die habe ich beide als junge Burschen in meiner Zeit beim Bergischen HC trainiert.“ Noch heute stehen sie in Kontakt. Von daher weiß Schmitz aus erster Hand, dass die Stimmung im Team derzeit bestens ist. Spontan wird Schmitz diesmal aber nicht zum WM-Finale fahren: Er macht mit seiner Frau derzeit Urlaub in Belgien.

(RPN)