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Duisburg: Gutes Ergebnis erfreut die Polizei

Duisburg : Gutes Ergebnis erfreut die Polizei

Aus einem Bericht der BASt geht hervor, dass Duisburg für Kinder im Straßenverkehr verhältnismäßig sicher ist. Im Direktvergleich der fünf einwohnerstärksten Städte des Landes konnte sich Duisburg an der Spitze platzieren.

Duisburg schnitt wie am Dienstag berichtet im Kinderunfall-Atlas der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gut ab. Laut der Studie, die sich auf Daten aus den Jahren 2006 bis 2010 bezieht, kamen im ausgewerteten Zeitraum statistisch hier 2,74 je 1000 Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden.

Mit dieser Quote steht Duisburg im Vergleich der fünf größten Städte in NRW an der Spitze. In Duisburg wurden Kinder am häufigsten bei Unfällen getötet oder verletzt, wenn sie zu Fuß unterwegs waren (1,17). Diese Zahl liegt genau wie die Quote für Unglücke auf dem Fahrrad (0,96) und in Autos (0,62) deutlich unter der Grenze für jene Werte, die in dem Bericht als "hohe Unfallbelastung" deklariert werden.

Laut Stefan Hausch, Pressesprecher der Polizei in Duisburg, kann nur spekuliert werden, warum unsere Stadt bei dieser Erhebung so gut abgeschnitten hat. Ein Grund könnte die umfangreiche Unfallprävention in Schulen und Kindergärten sein, nimmt er an. "Das machen wir allerdings immer schon. Man hofft natürlich, dass es sich irgendwann einmal auszahlt", so Hausch. Inwiefern die Informationsveranstaltungen für Kinder aber das Ergebnis beeinflusst haben, das könne man leider nicht messen.

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Seit einiger Zeit setzt die Polizei auch auf drastischere Maßnahmen, um junge Verkehrsteilnehmer für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Im Rahmen des landesweiten Programmes "CRASH Kurs NRW - Realität erFAHREN" berichten Polizisten, Feuerwehrleute, Notfallseelsorger, Notärzte, Verkehrsunfallopfer oder deren Angehörige den Jugendlichen der zehnten und elften Klassen ungeschönt von ihren Erfahrungen mit Unfällen im Straßenverkehr.

Dieses Vorgehen soll in den jungen Leuten, die meist kurz vor dem Erwerb des Führerscheins stehen, Emotionen wecken und ihnen vor Augen führen, wie hoch das Gefahrenpotenzial im Straßenverkehr ist. Insbesondere vor rasantem und zu schnellem Fahren wird gewarnt. Das Programm ist laut Stefan Hausch "ein Riesenaufwand", die positive Reaktion der Teilnehmer zeige aber ebenso wie die hohe Nachfrage, dass sich diese Mühen und der Zeitaufwand lohnen.

Für die im Rahmen der Kinderunfall-Atlas-Studie relevanten Zielgruppe der bis einschließlich 14-jährigen Kinder startet die Polizei ihre Präventionsangebote bereits im Kindergarten. "Bei einem Verkehrspuppentheater werden die Gefahren nähergebracht. Außerdem üben Polizisten mit den Kindern am Ende ihrer Kindergartenzeit den Schulweg", so der Pressesprecher. Auf den weiterführenden Schulen wird (wenn die Lehrpläne es zulassen) mit den Schülern ein Bus- und Straßenbahntraining durchgeführt.

Die Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2011 weist im Stadtgebiet wieder einen Anstieg der Unfälle mit Kindern um 19 Prozent auf insgesamt 164 Vorfälle mit 202 verletzten Kindern auf, 34 von ihnen trugen sogar schwere Verletzungen davon. Für Stefan Hausch steht dieses Ergebnis allerdings in keinem Widerspruch zu den Zahlen im Atlas der BASt. Je länger der beobachtete Zeitraum sei, desto realistischer werde die Zahl, sagt er.

Durch den Fünf-Jahreszeitraum in der Studie seien Spitzen abgefedert. "Dass Duisburg oben mit dabei ist, schmeichelt uns zunächst einmal. Wir werden aber, egal wo wir in der Statistik stehen, in der Präventionsarbeit nicht nachlassen", verspricht Pressesprecher Hausch. Wer in den einzelnen Fällen Verursacher des Unfalls war, wurde nicht statistisch erhoben, spiele aber auch für die präventive Arbeit keine Rolle. "Wir wollen das Kind warnen. Und gleichzeitig wollen wir Kinder vor dem Fehlverhalten anderer warnen", so Hausch.