Duisburg: Gute Stimmung beim Schützenfest

Duisburg : Gute Stimmung beim Schützenfest

Das Rahmer Schützenfest bot den Besuchern gestern eine ungewöhnlich entspannte Atmosphäre. Nach zwei anstrengenden Tagen ließen es die Schützen etwas ruhiger angehen.

Dass das Rahmer Schützenfest gestern bereits zwei ereignisreiche Tage hinter sich hatte, merkte man vor allem den Schützen an, die sich schon mittags wieder auf dem Festplatz tummelten. Katerstimmung herrschte trotzdem nur in Bezug auf den Alkohol; Schützen wie Gäste freuten sich auch auf den ersten geruhsameren Festtag.

Werbewart Waldemar Erbrich konnte zudem von einem außergewöhnlich erfolgreichen Schützenfest-Samstag berichten. "Wir haben diesmal, anstelle von klassischer Plakatwerbung, mit QR-Codes gearbeitet. Wer die mit seinem Handy eingescannt hat, wurde auf unsere Internetseite umgeleitet", begründete er den großen Andrang. Am Freitag und Samstag sei mit einer Liveband und dem Auftritt von Markus Krebs mehr für die älteren Besucher dabei gewesen, "doch heute findet das Tellprinzenschießen statt, da sind sowieso schon viele junge Leute da", berichtete er.

Die treffsichersten Jugendlichen durften sich am Ende des Tages "Jungschützenprinz" oder "Tellprinz" nennen. Ob es sich beim Sieger um einen Jungen oder ein Mädchen handelt ist, im Gegensatz zu den "großen" Schützen, zwar egal. "Die Titel werden aber immer in der männlichen Form verliehen, weil wir eine Schützenbruderschaft sind", sagte Waldemar Erbrich. Seine Tochter Julia schoss indes fleißig auf den Holzvogel, allerdings ohne jede Chance auf den Sieg. "Ich habe im letzten Jahr gewonnen, da darf ich dieses Jahr gar nicht mehr auf den Rumpf schießen", erklärte sie einen Teil des komplexen Regelwerks der Schützenbruderschaft. Auf das Schützenfest gehe sie trotzdem gerne, die "super Stimmung und die Gemeinschaft" seien einmalig.

Abseits des Schießstandes herrschte auf dem Festplatz eine unwirkliche Atmosphäre, die wohl den Eskapaden der vorherigen Nacht geschuldet war. Ein grün gekleideter und mit Orden behängter Gast spülte die Aspirin direkt mit dem nächsten Pils hinunter; und als ein Schützenbruder versehentlich einen Biertisch demontierte, konnten sich die angeheiterten Meisterschützen vor Lachen kaum noch auf den Beinen halten.

Derweil krachten die Autoscooter zu James Browns "Sex Machine" gegeneinander und "DJ Thomas" spielte im Festzelt, reichlich ungewöhnlich, leise Schlager.

DJ Thomas heißt in Wirklichkeit Thomas Mertens und ist im Schützenfest-Business ein alter Hase. "Die Stimmung hier ist immer außergewöhnlich gut", freute er sich und erzählte, dass "Ballermann-Lieder immer noch die Nummer eins sind". Allerdings seien mit jüngeren Besuchern auch Hits aus den Charts auf dem Vormarsch. "Spitzenreiter in diesem Jahr ist aber ohne Zweifel Peter Wackels Mallorca-Hymne", so Mertens. Wem der Partyhit textlich noch nicht tiefgründig genug war, der konnte sich auf der Festwiese zahlreiche umgedichtete Versionen anhören, dargeboten in bester Bierlaune.

(jos)
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