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Duisburg: „Gute Nachricht für Duisburg“

Duisburg : „Gute Nachricht für Duisburg“

Das Landesumweltamt hat gestern Abend die "Dioxin-Kinder-Studie Duisburg" vorgestellt. Demnach lassen sich die hohen Schadstoffbelastungen von einst nicht mehr nachweisen.

Atemwegserkrankungen, Neigung zu Asthma, häufige Infekte, Konzentrationsstörungen — all dies diagnostizierten die Ärzten noch vor wenigen Jahren bei Kindern im Duisburger Süden. In Blut und Urin der Bewohner stellte man erhöhte Schwermetallwerte fest und damit "eindeutige gesundheitsrelevante Beeinträchtigungen" (Bärbel Höhn, damalige Umweltministerin).

Doch wie steht es heute um die Gesundheit der Betroffenen? Gestern Abend wurde endlich das Ergebnis der so genannten "Dioxin-Kinder-Studie-Duisburg" vorgelegt und die Bewohner im Süden können — zumindest weitgehend — aufatmen: "Die ursprünglich hohen Belastungen der Bevölkerung finden sich heute in Muttermilch und Blut nicht mehr wieder", heißt es in der Studie.

Babette Winter, Sprecherin beim Landesumweltamt ergänzt dazu: "Von einer schleichenden Vergiftung, wie es sie früher vielleicht noch gegeben hat, kann nicht mehr die Rede sein." Als Verursacher der Vergiftungen waren dem Landesumweltamt schon früher die beiden Metallrecycling-Unternehmen B.U.S. und MHD bekannt. MHD musste mittlerweile Insolvenz anmelden (auf dem Gelände entsteht Logport II) und B.U.S. hat nicht zuletzte wegen wiederholter Störfälle seine Anlagen mit moderner Umwelttechnik ausgestattet. "Die Schadstoffbelastung im Süden liegt zwar noch immer höher als etwa im Schwarzwald, aber unter den geltenden Grenzwerten", so Babatte Winter.

Völlige Entwarnung lässt sich aus der Langzeitstudie aber nicht ablesen. Im Zeitraum von 2000 bis 2005 wurden insgesamt 234 Mutter-Säuglingspaare untersucht auf ihre Belastung hinsichtlich Dioxin und Schwermetall. Dabei ließen sich im mütterlichen Blut vergleichsweise erhöhte Dioxinwerte nachweisen, die zu einer Abnahme der Sexualhormone bei den Kindern führen kann. "Inwieweit dies auch zu Langzeiteffekten im weiteren Leben des Kindes führt, ist derzeit noch unklar", so die Studie.

Auch die Belastung mit dem Schwermetall Cadmium ist bei Müttern im Süden etwas höher als gewöhnlich, hier legen sich die Wissenschaftler aber fest: "Eine gesundheitlich bedenkliche Belastung liegt nicht vor." Ein dritter auffälliger Befund betrifft erhöhte Schilddrüsenhormonwerte, die teils bei 18 Monate alten Kindern zu Störungen der mentalen Entwicklung (z.B. Reaktionsvermögen) führen können.

(RP)