1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Grüner Strom ist teuer

Duisburg : Grüner Strom ist teuer

Der Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzern (DVV) steht mit seinen Stadtwerken vor großen Herausforderungen und teuren Veränderungen.

Bis zum Jahresende, so hofft Dr. Hermann Janning, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Verkehrs- und Versorgungskonzern (DVV) und damit auch Chef der Stadtwerke, wird sich ein Partner finden, der hilft, eine bis zu 600 Millionen Euro teure Investition zu stemmen. "Denn alleine schaffen wird das nicht." Das Geld wird benötigt, um in Wanheim einen neuen Kraftwerksblock zu bauen, damit die Fernwärmeversorgung im Stadtgebiet ausgebaut und gesichert werden kann. Als Partner infrage kommen sowohl andere Stadtwerke wie auch die Steag, mit der die Duisburger spätestens seit der Übernahme eines 51-prozentigen Anteils eng verbunden sind. In gut eineinhalb Jahren könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, für die ein Zeitraum von zweieinhalb bis drei Jahre veranschlagt ist. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.

Entscheidend für diese Investition wird auch sein, wie sich der Bundestag in Kürze in der Frage der Förderung von Energie aus Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK, positioniert. Denn ohne staatliche Unterstützung droht, dass die Kosten zu hoch werden, um von Stadtwerken allein gestemmt zu werden. Die Stadtwerke lassen derzeit von Fachleuten der Duisburger Uni energiewirtschaftliche Szenarien erstellen, die Bewegungen auf dem Energiemarkt berücksichtigen.

  • E-Ladesäule der Stadtwerke am Neuenhausplatz. Mit
    Erkrath : Stadtwerke planen neue E-Ladepunkte
  • Fertig – die neue Photovoltaik-Anlage der
    Klimaschutz in Neuss : Stadtwerke Neuss errichten weitere Photovoltaik-Anlage
  • Die Hilde-Heinemann-Schule in Lennep hat neuerdings
    Remscheid soll zur Solarstadt werden : Mit Bürgerhilfe zu mehr grünem Strom

Durch den beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie entstehen Lücken, die es zu schließen gilt. Mangels ausreichender inländischer Möglichkeiten bedient man sich der Hilfe ausländischer Energiekonzerne, die – so widersinnig es klingt – Atomstrom einspeisen. Auf absehbare Sicht soll mehr regenerative Energie durch deutsche Stromnetze fließe. Doch für die angestrebte Verdoppelung der heutigen Mengen (bis 2020) sind hohe Investitionen der Energieunternehmen unabdingbar. Dr. Janning sieht hier sein Haus auf einem guten Weg. Durch die Übernahme der Steag, durch das Engagement in Windkraft (derzeit wird die Beteiligung an einer Off-Shore-Windanlage in der Nähe von Sylt geprüft), durch den Einsatz von Grubengas, Biomasse und Sonnenenergie werden die Stadtwerke auf absehbare Zeit reichlich regenerative Energie ins Netz einspeisen.

Große Portion Sicherheit

Der Anteilskauf der Steag war auf diesem Entwicklungsweg ein Glücksfall. "Das kann man so sagen. Vor allem aber war es sinnvoll und ist es auch in Zukunft", sagt Dr. Janning. "Auf einem zunehmend auch preislich schwieriger werden Markt gewinnt die Tatsache an Bedeutung, dass kommunale Erzeuger dem Verbraucher eine große Portion Sicherheit bieten."

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Stadtwerke-Kunden schon mal auf sinkende Preise einstellen können. "Aktuell sind keine Erhöhungen in Sicht", so Janning. Die Entwicklungen auf dem Gasmarkt seine sehr schwer vorherzusehen.

Beim Strom allerdings ist das anders. Hier wird es wegen des Ausbaus der regenerativen Energieversorgung immer wieder Preiserhöhungen geben. "Der Strom wird grüner, aber auch teurer."

(RP)