Duisburg mit Video: Grüne: OB soll sein Amt ruhen lassen

Duisburg mit Video : Grüne: OB soll sein Amt ruhen lassen

Die Grünen wollen ebenso wie andere Ratsfraktionen, dass sich der Rat der Stadt zu einer Sondersitzung zusammenfindet (möglicher Termin: 30. August).

Doch anders als beispielsweise die Linken und die SPD will die Grüne-Fraktion diese Sitzung nutzen, um weitere Informationen zu bekommen und nicht, um die Abwahl Sauerlands einzuleiten. Fraktion und Partei legen dem Oberbürgermeister allerdings nahe, seine Ämter ruhen zulassen.

Verantwortung des Rates

Wie berichtet trafen am Mittwochabend Partei- und Fraktionsvorstand zusammen, um das weitere gemeinsame Vorgehen zu beraten. Die Partei hatte bereits kurz nach der Katastrophe die politische Verantwortung beim Oberbürgermeister angesiedelt. Fraktionssprecher Dieter Kantel und Doris Janicki werten das anders: "Der 75-köpfige Rat der Stadt ist verantwortlich und damit wir beide zu je einem 75stel."

Beide zeigten sich gestern von dem vorliegenden Zwischenbericht der Verwaltung beeindruckt und haben nach dessen Lektüre den Eindruck, dass die Stadt korrekt gehandelt hat. "Aber wir haben auch noch viele Fragen, nicht nur an die Stadt, sondern auch an die Polizei und an den Veranstalter", so Doris Janicki. Entsetzt äußerten sich die beiden über die Art und Weise, wie der Oberbürgermeister nach der Katastrophe in den Medien in einer Art und Weise diffamiert und verfolgt worden sei, "die mich fassungslos gemacht hat", so Janicki. "Wir standen nach dieser Katastrophe alle unter Schock, und der Oberbürgermeister sicherlich auch." Vorverurteilung, das sei nicht der Stil der Grünen. Bei der Sondersitzung des Rates dürfe es daher auch nicht darum gehen, sich taktisch aufzustellen. "Sondern wir wollen eine vernünftige Aufarbeitung der Hintergründe haben, die zu dieser Katastrophe führten."

Schneider will taktisch vorgehen

Beim Sprecher des Grünen-Parteivorstandes, Matthias Schneider, klingt das anders. Er halte es nach wie vor für unverzichtbar, dass Sauerland die politische Verantwortung übernimmt und zurücktritt. In der Sondersitzung des Rates müsse man taktisch vorgehen und schauen, ob es für den Abwahlantrag eine Mehrheit gibt. Er sieht das offenbar derzeit nicht unbedingt: "Ich frage mich, ob der Abwahlantrag noch aufrechterhalten werden sollte."

(RP)