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Grippewelle 2019: Zahl der Fälle hat sich in Duisburg verdoppelt

Impfungen : Grippewelle hat Duisburg fest im Griff

Die Zahl der Grippefälle in der Stadt hat sich in den vergangenen Wochen fast verdoppelt. Sich jetzt noch impfen zu lassen macht laut Kassenärztlicher Vereinigung nur noch bedingt Sinn.

Die Zahl der Grippeerkrankungen in Duisburg steigt. Wie die Stadt mitteilt, hat sich die Anzahl an gemeldeten Influrenza-Patienten in den vergangenen zwei Wochen auf insgesamt 475 Fälle fast verdoppelt. Das Problem: Sich jetzt noch gegen Grippe impfen lassen zu wollen, macht aus zweierlei Gründen nicht mehr viel Sinn, wie die Kassenärztliche Vereinigung unserer Redaktion auf Nachfrage mitteilte. Zum einen sei die Impfsaison und mit ihr auch der Höhepunkt der Grippewelle eigentlich schon vorbei, und zum anderen sei in vielen Arztpraxen der entsprechende Impfstoff bereits aufgebraucht.

In den vergangenen Tagen meldeten immer mehr Kommunen, dass die Grippeimpfstoffe in ihren Apotheken bereits ausverkauft seien. So zum Beispiel die Stadt Bottrop. Auch die Stadt Bonn und der Kreis Wesel hatten bereits vor einiger Zeit davon berichtet, dass der Impfstoff zu Neige gehe. Und nun sollen auch in den meisten Duisburger Apotheken die Grippeimpfstoffe ausverkauft sein.

Hintergrund der angespannten Versorgungslage ist die besondere Beschaffenheit der Influenza-Impfstoffe. Dr. Stefan Derix, Geschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein, hatte unserer Redaktion dieses Phänomen vor einiger Zeit erläutert. Im Gegensatz zu anderen Arzneien sei die Versorgung mit Grippe-Impfstoffen besonders herausfordernd, sagte Derix. „Das liegt zum einen an der Beschaffenheit der Impfstoffe im Allgemeinen. Grippemittel werden Jahr für Jahr

neu produziert und auf die derzeit grassierenden Virus-Typen abgestimmt.“ Es sei deshalb nicht so einfach, eine ungewöhnlich starke Nachfrage aus Lagerbeständen zu bedienen, wie man es zum Beispiel bei Kopfschmerzmitteln tun könne.

Außerdem, so Derix, orientierten sich sowohl die Arzneimittelhersteller bei ihrer Produktionsmenge als auch Ärzte und Apotheker bei ihren Bestellungen an Erfahrungswerten aus den Vorjahren. „Dass die Grippemittel nun vereinzelt knapp werden, kann also auch an einer gestiegenen Nachfrage in einzelnen Regionen liegen.“ 2018 habe es eine ungewöhnlich starke Grippewelle gegeben. „Ich kann mir also vorstellen, dass sich deshalb in diesem Jahr mehr Patienten gegen das Virus impfen lassen möchten.“

Einen weiteren Grund für mögliche Versorgungsengpässe hatte Derix in offenen Abrechnungsfragen ausgemacht, die besonders die Ärzteschaft in den vergangenen Monaten beschäftigt habe. Es habe im Jahr 2018 über lange Zeit Unklarheit darüber bestanden, ob die Krankenkassen die Versorgung mit einem bestimmten Vierfach-Grippeimpfstoff übernehmen würden, sagte der Apotheker. „Ich kann mir vorstellen, dass das dazu geführt hat, dass einzelne Ärzte zurückhaltender bei ihrer Impfstoffbestellung waren.“ Schließlich könne es sich kein Arzt leisten, Impfstoff auf Vorrat zu bestellen, den man am Ende dann gar nicht benutzen könne.

Wer sich dennoch impfen lassen will, dem empfiehlt die Kassenärztliche Vereinigung einen Anruf bei den Hausärzten in der Umgebung. Dass der Impfstoff bei einer Praxis nicht mehr vorrätig sei, müsse nicht bedeuten, dass er überall ausverkauft sei.