Grafschafter Diakonie legt ihren Jahresbericht vor

Wege in ein neues Lebe : Grafschafter Diakonie legt ihren Jahresbericht vor

Die Grafschafter Diakonie legt ihren Jahresbericht vor. Menschen erzählen darin ihre Geschichte.

Als 16-Jährige hatte die junge Frau aus Rheinhausen mit schlimmen Schulproblemen zu kämpfen. Heute steht sie als Studentin der Sozialpädagogik am Anfang ihrer Berufslaufbahn und unterstützt andere beim Lernen. Ein Flüchtling kam als Teenager ohne seine Eltern nach Moers. Er fand eine Ausbildungsstelle und ist nun auf dem Weg zum Bäckergesellen. Eine Mutter von zwei kleinen Kindern ist psychisch erkrankt, ihre Tochter kam mit einem Handicap zur Welt. Trotzdem fand die kleine Familie zu Stabilität und Lebensmut. Heute arbeitet die junge Mutter nach Kräften an ihrem Traum, selbstständig in einer eigenen Wohnung leben zu können.

Der Jahresbericht 2017/2018 der Grafschafter Diakonie schildert bewusst Geschichten wie diese, die Mut machen, aufzustehen und es zumindest zu versuchen. „Wir verstehen uns als ‚Möglichmacher am linken Niederrhein’“, sagt Kai Thorsten Garben, Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie des Diakonischen Werks. Der Band liegt gratis in allen Beratungsstellen in Rheinhausen und Homberg aus. Für Kai Thorsten Garben ist der Titel gleichzeitig Programm. „Wir sind dem Grundsatz verpflichtet, Anwalt der Schwächeren zu sein und ihnen zur Seite zu stehen – in jedem Alter, unter allen Umständen.“

Etwas möglich zu machen, bedeute, trotz schwerer Lebenssituationen vor Ort und miteinander Stabilität und Teilhabe zu schaffen, formulierte Garben. „Wir freuen uns, wenn es uns gelingt, Chancen sichtbar werden zu lassen, wo zuvor ein Weg verschlossen erschien.“ Auf 32 Seiten stellen Berichte die soziale Arbeit vor, die von den Vertretern des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Moers geleistet wird. Dabei kommen sämtliche Fachbereiche zu Wort. Da geht es etwa darum, wie Kinder in der offenen Einrichtung „Seestern“ mit kreativen Projekten für das Leben lernten, indem sie etwa ein Hörspiel und einen Zeichentrickfilm produzierten, mit Akrobatik ihre Muskeln und ihr Selbstbewusstsein stärkten oder beim Meißeln von Skulpturen mit ihren Händen etwas Schönes schufen. Eine Sozialarbeiterin erzählt von einer Frau, die nach einer Trennung von finanzieller Not und Obdachlosigkeit bedroht war und zunächst in einer Übergangswohnung der Grafschafter Diakonie unterkam. Die Sozialarbeiterin unterstützte sie mit einer Schuldnerberatung beim Weg in eine neue Existenz. Heute blickt sie wieder nach vorn. Einen Bericht lieferte eine Pflegekraft. Sie beschreibt, was sie an ihrer Arbeit liebt. Seit zehn Jahren ist sie im Dienste der Patienten unterwegs. Seit einem Jahr im Rahmen einer speziell ausgearbeiteten „Eltern-Tour“, die es ihr ermöglicht, ihren Job trotz ihrer zwei kleinen Kindern weiter auszuüben.

 Der Jahresbericht führt zudem die wichtigsten Zahlen, Fakten und Adressen auf. Ratsuchende können auf einer Überblickskarte sehen, wo die Diakoniedienste zu finden sind.

(kui)
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