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Duisburg: Gift in Wasser und Boden bereitet Sorgen

Duisburg : Gift in Wasser und Boden bereitet Sorgen

Mit Umweltbelastungen musste sich die Bezirksvertretung Mitte gestern befassen. Dabei ging es auch um das Trinkwasser und um geschädigte Böden in Neuenkamp. Dort macht der hohe Cadmiumgehalt Sorgen.

Neuenkamp liegt offenbar im Bereich eines Bodenbelastungsgebietes. Wie das Umweltdezernat der Stadt auf eine Anfrage der CDU-Fraktion mitteilte, liegt der Cadmiumgehalt in den Böden Neuenkamps im Mittel bei 2,7 Milligramm je Kilogramm Boden. Der untere Grenzwert für Cadmium liegt jedoch bei 2,2 Milligramm je Kilogramm. Das Schwermetall wird schon in geringen Konzentrationen leicht von Pflanzen aufgenommen und kann über den Verzehr langfristig gesundheitliche Schäden im menschlichen Organismus verursachen.

Da eine direkte Aufnahme von Cadmium über den Boden weniger wahrscheinlich ist, bestehe bei einer Gartennutzung ohne Gemüseanbau keine konkrete Gefahr für den Bürger, so die Verwaltung.

Das sahen einige Mitglieder der Bezirksvertreter allerdings anders. So wiesen Grüne darauf hin, dass gerade Kleinkinder durchaus auch mal Erde oder Sand in den Mund steckten. Dr. Lothar Tacke (SPD) ärgerte sich darüber, dass der Verursacher nicht genannt wird. "Das Gift kommt aus dem Gewerbegebiet Hochfeld-West", sagt er.

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Das Umweltamt sehe sich aber außerstande, den Emittenten zu finden. Um dem Problem Herr zu werden, soll rund um Neuenkamp innerhalb des nächsten Jahres ein Bodenschutzgebiet ausgewiesen werden, in dem der Umgang mit den Belastungen flächendeckend rechtsverbindlich geregelt ist. Denkbar wären beispielsweise eine Einschränkung oder ein vollständiges Verbot des Gemüseanbaus in der ausgewiesenen Zone. Verwunderung löste in der Bezirksvertretung aus, dass ein Infoflyer zur Bodenbelastung nicht an die Neuenkamper Haushalte mit Garten verteilt worden sei.

Die Belastung des Grundwassers im Düsseldorfer Norden durch perflurierende Tenside (PFT) hat dagegen keine Auswirkung auf die Trinkwasserqualität in Duisburg. Das Umweltdezernat erklärte, dass das Duisburger Trinkwasser sauber sei und auch bedenkenlos getrunken werden könne. Der durch einen Flughafenbrand im Jahr 2006 belastete Brunnen in Kaiserswerth ist zwar nach wie vor Teil der Wasserversorgung der Werke in Wittlaer und Bockum, über die auch der Duisburger Süden mit Trinkwasser versorgt wird, der Verzehr sei aber trotzdem bedenkenlos möglich. Tacke wies darauf hin, dass die Belastung des Brunnens durch Löschwasser oder auch durch die Enteisung von Flugzeugen auf dem Airport entstanden sei. Vor diesem Hintergrund sollte die Stadt Duisburg ein Zeichen setzen und die geplante Ausweitung des Flugverkehrs zunächst ablehnen.

(RP)