Duisburg: Gift in alten Bahnschwellen an Schulen

Duisburg : Gift in alten Bahnschwellen an Schulen

Die Wirtschaftsbetriebe überprüfen Hochbeete und Sichtschutzwände am Willy-Brandt-Berufskolleg und an der Realschule Rheinhausen. Wie sollten Privatleute reagieren?

Alte Bahnschwellen aus Holz nutzten Privatleute und auch viele Kommunen über viele Jahre als Bodenbelag oder Einzäunung für Beete. Haltbar gemacht wurden die Schwellen in der Regel mit teerölhaltigen Holzschutzmitteln, die gefährliche Stoffe enthalten. Rund 70.000 Euro wendete die Stadt Duisburg im laufenden Jahr bislang auf, um gesundheitsgefährdende Bahnschwellen vom Schulhof der Gesamtschule Emschertal in Neumühl zu beseitigen. Der zur Imprägnierung verwendete Steinkohleteer enthält sehr hohe Anteile an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die als krebserregend gelten. An zwei Rheinhauser Schulhöfen verbaute Bahnschwellen werden jetzt ebenso überprüft.

Nachdem im Norden der Stadt bereits die betroffenen Schulen, an denen Bahnschwellen verbaut wurden, gesichtet und Aufträge zum Austausch erteilt worden seien, würde man jetzt die Objekte in den anderen Bezirken abarbeiten, schreibt eine Stadt-Sprecherin. In Rheinhausen gibt es am Willy-Brand-Berufskolleg (Krefelder Straße) ein Beet, das mit Bahnschwellen eingefasst ist. Außerdem gibt es eine Sichtschutzwand aus Bahnschwellen hinter einer Sitzgruppe. An der Realschule (Körnerplatz) steht laut Aussage der Sprecherin ein eingefasstes Hochbeet. "Hier ist aber noch nicht sicher, ob auch tatsächlich eine Belastung vorliegt. Die Kollegen kommen derzeit nicht auf das abgesperrte Gelände wegen der Sommerferien."

Beide Objekte würden laut Aussage der Stadt überprüft. "Ein Austausch erfolgt voraussichtlich sowieso, unabhängig von der möglichen Belastung, die alten Bahnschwellen sind morsch. Sollten sie aber zudem belastet sein, erfolgt der Austausch natürlich schneller als ursprünglich angedacht."

Weitere Standorte mit Bahnschwellen seien dem Immobilienmanagement nicht bekannt, heißt es aus dem Rathaus. "Die Schwellen werden durch die Wirtschaftsbetriebe entsorgt. Durch eine gutachterliche Untersuchung wurde festgestellt, dass sie aus A4-Holz - also behandelt - bestehen. Dieses wurde gemäß der Auflagen zu einer lizenzierten Verwertungsanlage transportiert. Da noch nicht alle Schwellen entfernt und entsorgt wurden, kann zu Kosten aktuell keine Aussage getroffen werden, da sich diese auch an der zu entsorgenden Menge orientieren."

Zwar sei das Verwenden von alten Bahnschwellen nicht verboten, unter anderem das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz rät Privatleuten aber von Kauf und Verkauf solcher Schwellen ab: "Sie gehen ein hohes Gesundheitsrisiko ein." Wer Bahnschwellen verbaut habe, solle Hautkontakt vermeiden, gegebenenfalls einen Rückbau erwägen und sich darüber informieren, wo alte belastete Bahnschwellen entsorgt werden können.

(RP)
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