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Duisburg: Gibt es den perfekten Mord?

Duisburg : Gibt es den perfekten Mord?

Atemlos verfolgten die Zuschauer in der Homberger Glückauf-Halle den morbiden Plan des alternden Tennisstars Tony Wendice, seine untreue Frau zu töten. Doch gibt es den perfekten Mord?

Dieser Frage widmete Filmregisseur Alfred Hitchcock unzählige Werke. Die Theaterfassung einer seiner berühmtesten Filme, "Bei Anruf Mord", begeisterte am Mittwochabend knapp 380 Besucher.

Mit einer Extraportion Spiellust präsentierte das Ensemble den Krimi, denn für die Darsteller war die Vorstellung in Homberg die letzte ihrer langen Tournee.

Tennisstar Tony Wendice (Stephan Bürgi) sieht seine Felle davonschwimmen und muss handeln. Während einer seiner Tennisreisen hat seine Ehefrau Sheila, die er nur wegen ihres Vermögens geheiratet hat, einen anderen Mann kennengelernt und droht, ihn zu verlassen. Ihr Geld wäre mit ihr weg, und so ersinnt der alternde Sportler einen ausgeklügelten Plan.

Publikum hält den Atem an

Ausgerechnet der Liebhaber seiner Frau (Tim Niebuhr) soll während eines Herrenabends sein Alibi sein, während ein Auftragskiller seine Frau genau in dem Moment erdrosselt, als sie einen nächtlichen Telefonanruf ihres Mannes entgegennimmt.

Aber der Angriff geht schief, denn Sheila kämpft und tötet ihrerseits den Angreifer (Kay Szacknys). Doch Tony schaltet schnell und sorgt durch geschickt platzierte Hinweise dafür, dass Sheila des Mordes verdächtigt und angeklagt wird. Nur ein winziges Detail hat er vergessen, das ihn in letzter Konsequenz verraten wird. . .

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Obwohl der Täter und sein Plan den Zuschauern von Anfang an bekannt waren, herrschte in der Glückauf-Halle durchgehend gespannte Stille. Kurz bevor Tony den entscheidenden Fehler machte, der ihn schlussendlich vor dem Kommissar entlarvte, hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so angestrengt hielt das Publikum den Atem an.

Echte Tränen auf der Bühne

Mit der zu Unrecht angeklagten Sheila mitzufiebern war auch nicht schwer, verkörperte Isabella Schmid die leidgeprüfte Ehefrau doch perfekt. Echte Tränen rannen ihr über das Gesicht, als der Kommissar (Werner H. Schuster) sie rüde ins Kreuzverhör nahm oder der Richter die Todesstrafe wegen Mordes verkündete.

"Ich versuche mich einfach voll in die Figur hineinzuversetzen und höre mir die Worte der anderen an. Jeder würde weinen, wenn er unschuldig so verdächtigt würde", erklärte Isabella Schmid nach der Aufführung ihren Trick, die Tränen auf der Bühne zum Fließen zu bringen.

(RP)