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Duisburg: Giacometti-Bein: "Nichts übers Knie brechen"

Duisburg : Giacometti-Bein: "Nichts übers Knie brechen"

Für mehr als elf Millionen Dollar ist bei Christie's in New York am Mittwoch ein Exemplar von Alberto Giacomettis "La Jambe" (Das Bein) verkauft worden. Diskussionen über das Duisburger Werk läuft.

Der exakte Hammerpreis lag bei 11.282.500 Dollar, hinzu kommen Steuern und Gebühren, so dass der Bruttopreis bei rund 14 Millionen Dollar liegen dürfte. Die New Yorker Auktion war für den Direktor des Lehmbruck-Museums, Prof. Dr. Raimund Stecker, besonders interessant, hat er doch dem Kuratorium des Museums den Vorschlag gemacht, das Giacometti-Bein aus der Sammlung des Hauses zu verkaufen, um mit dem Erlös u.a. ein Wandbild Giacomettis anzukaufen, das zu dessen Hauptwerk "Die Frau auf dem Wagen" passt (die RP berichtete).

Der New Yorker Giacometti-Verkauf war keine Sensation; das Werk war von Christie's zwischen zehn und fünfzehn Millionen Dollar taxiert worden. Der Verkaufspreis blieb im Rahmen. Das hatte Raimund Stecker auch so erwartet, geht doch das Gerücht um, dass ein weiteres Bein-Exemplar demnächst auf dem Kunstmarkt kommt, das aber nicht das Giacometti-Werk aus dem Lehmbruck-Museum ist. Allerdings ist das Duisburger Giacometti-Werk einzigartig, weil es vom Künstler mit Goldfarbe bemalt wurde. Stecker ließ gestern durchblicken, dass der bisherige Kaufinteressent, dessen Identität er nicht preisgeben will, ein etwas höheres Angebot gegeben habe, als es die New Yorker Kalkulation war.

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Ob das Duisburger Giacometti-Bein nun verkauft wird oder nicht, ist aber auch nach der New Yorker Auktion noch nicht entschieden. Zwar soll es bereits ein Gutachten geben, wonach der Verkauf rechtlich möglich ist, wenn mit dem Erlös tatsächlich nur Kunst fürs Museum gekauft wird, doch werden derzeit auch andere Rechtsauffassungen in die Diskussion eingebracht. Danach hat der Bundesverband der deutschen Industrie das Werk 1960 dem damals noch nicht eröffneten Museum geschenkt. Dann könnte der Verkauf möglicherweise nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich anfechtbar sein.

All das soll noch geprüft werden. "Wir werden nichts übers Knie brechen", sagte Stecker gestern. In jedem Fall werde er keine Entscheidung ohne Rückendeckung durch das insgesamt 15-köpfige Kuratorium des Museums treffen. Vorsitzender des Kuratoriums ist qua Amt der Duisburger Oberbürgermeister.

(RP/rl)