GFW-Bilanz: Duisburg ist als Standort wieder gefragt

GFW-Bilanz : Duisburg ist als Standort wieder gefragt

Nach dem Aus für das Projekt „DUO“ an der Steinschen Gasse prüft man bei der Stadt mögliche Zwischenlösungen. Auch für das ehemalige C&A-Gebäude in der Altstadt wird nun wieder nach einer Perspektive gesucht.

Auch nach dem Rückzug des Investors Hoff aus Gronau sieht man bei der Stadt große Potenziale für das Brachgelände am Rande der Altstadt. Das wurde am Mittwoch bei der Vorstellung der Bilanz der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) deutlich. Andree Haack, Wirtschaftsdezernent und GFW-Mitgeschäftsführer und GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer erklärten unisono, sie hätten inzwischen bereits Anfragen potenzieller Investoren für das innerstädtische Gelände gehabt. „Bis sich dort wieder etwas tun kann, wird es aber sicher ein oder eineinhalb Jahre dauern. Deshalb prüfen wir zurzeit, wie man das Gelände zwischenzeitlich anders nutzen kann“, sagte Haack. Bekanntlich lag das Areal viele Jahre brach und wurde als Schotter-Parkplatz genutzt, bevor die Projekte „Marientor Carree“ und „DUO“ kläglich scheiterten. Der Projektentwickler habe wohl zu lange gezögert, so der Wirtschaftsdezernent. Er habe auf eine zu hohe Vorvermietungsquote gehofft, so dass die Mieter, die bereits Verträge geschlossen hatten, am Ende die Geduld verloren und wieder absprangen.

Dabei ist der Wirtschaftsstandort Duisburg für Ansiedlungen längst aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Denn mittlerweile werde es an sogenannten B-Standorten für Investoren immer interessanter, neue Objekte in Angriff zu nehmen. „Der Markt ist an A-Standorten wie Hamburg inzwischen stark überhitzt. Deshalb wächst das Interesse an Duisburg“, so Haack. „Duisburg ist interessanter als Hamburg. Der hiesige Standort ist lange Zeit unterbewertet worden“, glaubt er.

Das Mercator One lässt sich offenbar auch ohne Vorvermietung realisieren. Hier werden Duisburgs höchste Büromieten verlangt. Foto: Stadt Duisburg

Mittlerweile ließen sich hier beispielsweise für Büroflächen Mieten realisieren, die aus Sicht von Investoren wieder rentabel seien, nachdem es sich jahrelang eher nicht rentiert habe, in Duisburg zu investieren. Inzwischen werden für modern ausgestattete Büroräume auch in unserer Stadt Mieten von 14,50 bis 15 Euro verlangt, erläuterte Meurer. „In Top-Objekten wie dem Mercator One auch noch mehr. Dieses Beispiel zeigt im Übrigen, dass man attraktive Objekte in Duisburg auch ohne Vorvermietungen realisieren kann. Wir ermuntern daher stets dazu, sich hier zu engagieren. Die Gebäude füllen sich dann schon“, so der GFW-Geschäftsführer. Der Leerstand an Büroimmobilien in Duisburg liegt bei rund zwei Prozent, in einem „gesunden Markt“, so Haack, läge er bei fünf Prozent. Die Konsequenz: „Einen Leerstand von attraktiven Bürogebäuden in guter Lage und mit moderner Ausstattung gibt es in Duisburg gar nicht mehr.“

Nach jahrelanger Funkstille gibt es bei der Stadt und der GFW auch wieder Gespräche mit dem Eigentümer der ehemaligen C&A-Immobilie an der Münzstraße. Das Gebäude gehöre inzwischen einem deutschen Immobilienfonds, der zurzeit prüfe, ob er das Gebäude selbst entwickelt oder ob es noch einmal weiterverkauft wird. Für die künftige Nutzung ist wohl nur eines klar: „Einzelhandel in allen Etagen wird es dort sicher nicht geben.“ Mit der Entwicklung der Altstadt ist Meurer nicht unzufrieden. Es gebe zwar eine hohe Fluktuation, dank des Engagement der Altstadtmanager aber nur wenig Leerstände. Aktionen wie der vegane Wintermarkt in Ergänzung des obligatorischen Weihnachtsmarktes hätten für Furore gesorgt, und auch in diesem Jahr soll es wieder eine derartigen Markt auf dem Münzplatz geben.

Auch das seit Jahren in der Planung befindliche Ostermann-Möbelhaus auf dem Zeus-Gelände in Meiderich soll realisiert werden. Hier würde Ostermann aber derzeit nicht aufs Tempo drücken, weil das Unternehmen zurzeit ein ähnliches Haus in Leverkusen baut, und zu viele Objekte wolle Ostermann nicht gleichzeitig in der Entwicklungsphase haben.

Die Verwirklichung des chinesischen Handelszentrums im Businesspark Asterlagen ist ebenfalls noch ein Thema. Allerdings sei es für Investoren aus China im Moment schwierig, Geld aus dem Reich der Mitte für Investitionen in Deutschland abzuziehen. Deshalb sei auch hier Geduld gefragt.

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