Duisburg: Gesucht: Nutzung fürs Mercatorhaus

Duisburg : Gesucht: Nutzung fürs Mercatorhaus

Preiswerter, kleinteiliger: Planungsdezernent Carsten Tum skizzierte, wie es weitergehen kann mit dem großen Plan vom Wiederaufbau des historischen Mercatorhauses.

Es darf nicht so teuer werden wie im vergangenen Jahr in einer ersten Machbarkeitsstudie der Bürgerstiftung skizziert. Und man wird sich für die einzelnen Schritte mehr Zeit nehmen müssen. Doch was viele gehofft haben wird wahr: Er wird kommen, der Wiederaufbau des historischen Mercator-Hauses in der Stadtmitte.

Dies machte kürzlich Duisburgs Planungsdezernent Carsten Tum deutlich, als er auf Einladung der Bürgerstiftung in der Cubus-Kunsthalle vor interessiertem Publikum einen Ausblick darauf gab, was sich derzeit auf dem großen Gelände zwischen dem Rathaus und der alten Stadtmauer abspielt: die Rückkehr der "Altstadt" unter den Vorzeichen der Moderne.

Er mache sich "wenig Sorgen", sagte Planungschef Tum, dass die Stadt für das ehrgeizige Vorhaben vom neuen historischen Stadtquartier - in das das Mercatorhaus ja harmonisch integriert sein muss - auch einen Investor finden werde, der mit einen guten Projektvorschlag zum vorgegebenen Rahmenplan kommen werde.

Carsten Tum, Thomas Schlenz , Markus Micken, Uwe Heider und Staatssekretär Michael von der Mühlen eröffneten den Grüngürtel an der Dieselstraße. Foto: Udo Milbret

Elf Millionen Euro, so hatte vor einem Jahr die Bürgerstiftung mal zusammen gerechnet, würde ein Mercator-Haus samt altem Bürgermeisterhaus und zwei zusätzlichen Hintergebäuden kosten. Etwas zu teuer und etwas zu überdimensioniert, so das Urteil der städtischen Planer dazu.

"Das Mercatorhaus soll unbedingt ein harmonischer Teil des neuen Wohnquartiers werden," sagte Planungsdezernent Tum. Bislang spräche man aber immer noch zu sehr von zwei Einzelprojekten auf einem Gelände. Es muss aber ein Gesamtkunstwerk werden, wenn es überhaupt etwas werden soll.

Aber man wolle natürlich auch "niemanden verschrecken", sagte Tum, nicht zuletzt auch mit Blick auf die weitere immense archäologische Fundlage auf dem 25.000 qm großen Gelände. Vier alte Adelshöfe hätten die Ausgrabung jetzt auch noch zutage gefördert.

Auf der Münchner Messe der Immobilienwirtschaft, der ExpoReal im Herbst, will Tum der Bauwirtschaft aufzeigen, dass man in Duisburg ein großartiges Projekt (ca. 300 Wohnungen) mit großen historischen Bezügen realisieren kann. Doch es müsse für alle rentabel werden. Bislang gibt es noch keine zündende Idee, wofür das Mercatorhaus eigentlich genutzt werden soll. Mit Bildung allein, wie einem Ableger der Universität oder der Mercator-Stiftung, so Tum, werde man es nicht schaffen. Gesucht: Ideen für Mercator.

(RP)
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