Duisburg: Geschichten vom Wasser

Duisburg: Geschichten vom Wasser

Gestern stellte Bibliotheksdirektor Dr. Jan-Pieter Barbian das Literaturprogramm der Akzente vor. In diesem Jahr finden alle Lesungen, passend zum Ruhr.2010-Motto "Hafen der Kulturhauptstadt", an verschiedenen Veranstaltungsorten in Ruhrort statt.

Gestern Abend las Christian Brückner aus Herman Melvilles Jahrhundertroman "Moby Dick". Die Lesung hätte auch im Rahmen der diesjährigen Akzente (21. Mai bis 6. Juni) stattfinden können. Denn beim Literaturprogramm des traditionsreichen Themenfestivals gibt das Motiv "Wasser" den Kurs an; passend zum Duisburger Motto, das für das Kulturhauptstadtjahr und die Akzente zugleich gilt: "Hafen der Kulturhauptstadt."

Das Besondere des diesjährigen Akzente-Literaturprogramms ist nicht zuletzt der jeweilige Veranstaltungsort: Alle Lesungen finden nämlich in Ruhrort statt. Den Auftakt macht dabei kein Geringerer als Joachim Sartorius (Jahrgang 1946), Lyriker, Übersetzer und Publizist, der jahrelang Generalsekretär des Goethe-Instituts war und seit 2001 Intendant der Berliner Festspiele ist. Am Dienstag, 25. Mai, stellt Sartorius in der Schifferbörse (Gustav-Sander-Platz 1) seinen Roman "Die Prinzeninseln" vor, dessen Kulisse die Inselwelt im Marmarameer bei Istanbul ist.

Die preisgekrönte Autorin (und Designerin) Judith Schalansky präentiert am 28. Mai in der Ruhrorter Stadtteilbibliothek (Amtsgerichtstraße 5) ihren "Atlas der abgelegenen Inseln". Das Werk, als schönstes Buch des Jahres gekürt, besteht aus lauter kleinen Robinsonaden. Eine Geschichte ist jeweils der Karte einer abgelegenen Insel gegenübergestellt. Die Karten hat Judith Schalansky selber gezeichnet.

Am Tag darauf heißt es "Krimizeit im Haniel-Museum" (Franz-Haniel-Platz 1). Das Autorenduo Thomas Hoeps und Jac. Toes stellt sein jüngstes, im grafit-Verlag erschienenes Buch "Das Lügenarchiv" vor. Thomas Hoeps lebt in Krefeld, Jac. Toes in Amsterdam. In Amsterdam und im Rheinland spielt auch der Kriminalroman.

Eine Leseentdeckung war für Bibliotheksdirektor Jan-Pieter Barbian das Sachbuch von Alexander Klose: "Das Container-Prinzip. Wie eine Box unser Denken verändert." Klose, der Jura, Kunst, Philosophie und Kulturwissenschaft in Hannover und Berlin studierte, hat über die Stahlkisten, die DAS globale Transportsystem schlechthin sind, ein Buch geschrieben, das sich wie ein Thriller liest. Am Montag, 31. Mai, stellt Alexander Klose sein Buch im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, Apostelstraße 84, vor.

Die französische, in Paris und Berlin lebende Autorin Cécile Wajsbrot liest am 2. Juni in der Ruhrorter Stadtteilbibliothek aus ihren "Nocturnes. Geschichten vom Meer". Sie erzählt dabei von Menschen, die Schiffbruch erleiden und das Weiterleben lernen müssen.

Ein wissenschaftliches Symposium in der Schifferbörse "Von Flussidyllen und Fördertürmen" beschließt in der Schifferbörse am 4./ 5. Juni das Literaturprogramm der Akzente.

(RP)