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Duisburg: Geschichte zum Anfassen

Duisburg : Geschichte zum Anfassen

Beim "Tag des offenen Denkmals" öffneten einige historische Stätten ihre Türen für interessierte Besucher. Dabei gab es viel über die Stadthistorie zu lernen. In Friemersheim steht eines der ältesten Bauernhäuser der Region.

Man bekommt nur selten die Gelegenheit, Geschichte greifbar zu erleben. Oft zu theoretisch und nur selten anschaulich dargestellt, ist sie oft ein Graus für denjenigen, der sich mit ihr beschäftigt. Diesem Phänomen trat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gestern mit einer ganz besonderen Aktion entgegen. Beim "Tag des offenen Denkmals" wurden, über das ganze Stadtgebiet verteilt, historisch bedeutende Baudenkmäler und Museen geöffnet, um Interessierten einen lebendigeren Blick in die Stadtgeschichte zu ermöglichen. Thema des Denkmaltages war das Holz — der Baustoff, der die Stadtentwicklung über Jahrhunderte geprägt hat.

"Es ist einfach schön zu sehen, wie es früher in unserem Stadtteil ausgesehen hat", sagte Erna Kieker, die mit ihrem Mann ins Friemersheimer Back- und Brauhaus gekommen war. "Ich bin bin selbst auf einem Gehöft wie diesem hier aufgewachsen. Das ist wie eine Reise in meine eigene Vergangenheit." Das Back- und Brauhaus, das eigentlich Krauthaus hätte heißen müssen, wie Restaurator Arno Gollner erklärte, war eines von fünf Duisburger Denkmälern, die gestern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Das Backhaus wurde um 1750 errichtet und in den 80er Jahren restauriert. Es gehört zum Steinhaus-Großterlinden-Hof und wurde wohl als Speicherhaus verwendet. Die Bezeichnung Krauthaus geht wohl auf die Verbindung mit dem angrenzenden Bauerngarten zurück, da in dem Gebäude alle Gartenerzeugnisse weiterverarbeitet wurden.

Neben dem Friemersheimer Bauernhof nahmen das Haniel-, das Binnenschifffahrtsmuseum und die evangelische Kirche in Mittelmeiderich am Tag des offenen Denkmals teil. Darüber hinaus wurde eine Führung durch den Stadtwald angeboten.

Im Binnenschifffahrtsmuseum erwartete die Archäologin Brigitte Kunz die Besucher. "Wir hatten schon einige Leute hier, die sich für unsere Sonderausstellung zum Thema Holz interessiert haben", freute sie sich. "Es ist schön, dass die Menschen das Angebot so gut annehmen." Die Ausstellung erklärt die Bedeutung des Holzes für die Duisburger Stadtgeschichte. So war dort unter anderem zu lesen, dass vor 1945 zahllose Fachwerkhäuser das Stadtbild bestimmten. Außerdem sei der Duisburger Hafen einer der größten Holzumschlagsplätze Europas gewesen", so die Archäologin.

Freunde der sakralen Kunst konnten in der evangelischen Kirche Mittelmeiderich einiges entdecken. Nach dem Gottesdienst blieben viele, um an einer Führung teilzunehmen. Das Gotteshaus ist 1862/63 errichtet worden und im neogothischen Stil gehalten.

(RP)