Duisburg: Geschichte wird lebendig

Duisburg : Geschichte wird lebendig

Ein gebürtiger Oestrumer, der sich Harald von Rheinhausen nennt, hat einen historischen Roman über seine alte Heimat geschrieben. Am Samstag liest er in der Christuskirche aus "Peter Schmitz – Der Schmied aus Hochemmerich".

Ein gebürtiger Oestrumer, der sich Harald von Rheinhausen nennt, hat einen historischen Roman über seine alte Heimat geschrieben. Am Samstag liest er in der Christuskirche aus "Peter Schmitz — Der Schmied aus Hochemmerich".

Harald von Rheinhausen. So nennt sich der 56-Jährige, der mit "Peter Schmitz — Der Schmied aus Hochemmerich" einen historischen Roman über seine alte Heimat geschrieben hat.

Der gebürtige Oestrumer hat sich dieses Pseudonym verpasst, weil sein bürgerlicher Name mit dem eines berühmten deutschen Entertainers identisch ist und er keinen Rechtsstreit riskieren möchte. Wer wissen möchte, wer genau sich dahinter verbirgt, kann morgen in die Christuskirche kommen. Dann liest der Autor aus seinem Werk.

Das Rheinhausen des 17. Jahrhunderts dient dem historischen Roman als Kulisse. Für den Autor ist "Geschichte nicht nur in Köln oder Münster geschrieben worden, sondern auch hier, mitten unter uns, in Hochemmerich und Friemersheim", erklärt er. In seinem Buch nimmt er diesen Umstand auf: Er lässt den Leser keine Geschichte "von oben herab" erleben, sondern schildert den täglichen Überlebenskampf der einfachen Leute.

Auf 257 Seiten verknüpft der studierte Historiker, der vor 25 Jahren von Rheinhausen nach Rheinhessen zog, Fakten und Fiktion, um für den Leser Historie lebendig zu machen. "Dabei ist eine Geschichte entstanden, die so passiert sein könnte, aber nicht ist", erklärt Harald von Rheinhausen.

Aus diesem Grund ist sein Roman nicht nur etwas für Fachkollegen, sondern kann auch einfach zur Unterhaltung gelesen werden. "Viele Menschen haben keinen Bezug zu Geschichte. Wenn sie durch mein Buch einen Bezug bekommen, umso besser. Aber in erster Linie sollen sie sich an meiner Geschichte erfreuen", sagt der Autor.

Fortsetzung bereits in Arbeit

Um das Lesen für Nicht-Historiker etwas einfacher zu gestalten und den Ereignissen in dem Roman einen Kontext zu geben, hat Harald von Rheinhausen sein Buch mit einer Zeitleiste versehen. "Dann kann man verstehen, was das für eine Zeit war, wenn man möchte", erklärt er. Diese Einbettung ins "große Ganze" war ihm so wichtig, dass er sogar ein eigenes Kapitel ("Was sonst noch geschah") eingefügt hat.

Für die Recherche hat Harald von Rheinhausen nicht nur etliche tausend Seiten Fachliteratur gewälzt und Stadtarchive unsicher gemacht, sondern die Spielstätten seines Buches auch tatsächlich besucht. "Man kann sich viel besser vorstellen, was dort passiert sein könnte, wenn man dort war", erklärt er.

Vielleicht auch durch diese Fähigkeit, sich in die Vergangenheit zurückzuversetzten, empfand Harald von Rheinhausen das Schreiben an seinem Roman immer wie in einem "Geschichtsfahrstuhl", in den er auch den Leser einlädt.

Die Reise für Peter Schmitz und die Leser beginnt am 20. Oktober 1648 und endet 1663 mit Peters Weg nach Amsterdam, wohin er seinen Enkel Johannes Peter zum Antritt seiner Kaufmannslehre begleitet. Ein zweiter Band, der genau an dieser Stelle in der Kutsche bei Großvater und Enkel wieder einsetzt, ist schon in Arbeit.

(RP)
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