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Duisburg: Gemeinsam gegen Fremdenhass

Duisburg : Gemeinsam gegen Fremdenhass

Am Montag formierte sich eine breite politische Front gegen Rechtsextremismus rund um die "Merkez Moschee" in Marxloh. Grund für die Demonstration war ein Aufmarsch der Partei "Pro NRW". Es blieb weitestgehend friedlich.

Die bekannten Duisburger aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik machten am Mittag deutlich, dass es auch während eines hart geführten Landtagswahlkampfes verbindende Themen gibt, die wichtiger sind als Stimmenfang. Die Politiker stellten sich zusammen mit rund 400 Demonstranten der rechtsoffenen Partei "Pro NRW" in den Weg, die mit genau zwölf Sympathisanten vor der "Merkez Moschee" in Marxloh demonstrieren wollte. Die Einsatztaktik der Polizei ging auf und es blieb weitgehend friedlich. Lediglich einigen Wasserbombenattacken der Gegendemonstranten standen die Einsatzkräfte machtlos gegenüber. Benno Lensdorf, amtierender Bürgermeister und CDU-Kandidat für die OB-Wahl im Juni erklärte, er sei stolz darüber, eine Stadt zu repräsentieren, die es schaffe, in kurzer Zeit eine solche Masse an Demonstranten gegen "rechte Hetzer" zu mobilisieren. "Außerdem", so Lensdorf "ist es wirklich schön, dass auch die demokratischen Parteien in dieser Sache zusammenstehen". Es könne nicht sein, dass "Pro NRW" die Moschee zu einem Symbol der Überfremdung machen will. Die Moschee sei ein Symbol des friedlichen Miteinanders, "und so wird es auch bleiben."

Gegen die Menge der Gegendemonstranten sahen die Vertreter der Partei „Pro NRW“ verloren aus. Foto: Hohl, Ralf

Flagge zeigen

Auch Ralf Jäger, Innenminister des Landes NRW und Chef der lokalen SPD stellte sich den Rechten in den Weg. "Diese Partei hält heute und morgen 24 dieser provozierenden Demonstrationen ab. Es ist einfach wichtig das man auch einmal selbst Flagge zeigt. Deshalb bin ich hier." Zu den anwesenden Vertretern der SPD zählten auch die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas und der Oberbürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten, Sören Link, der die Duisburger zur gegenseitigen Solidarität aufforderte: "Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir müssen weiterhin gegen diesen Fremdenhass zusammenstehen." Nazis dürften keinen Platz in Duisburg haben, so Link weiter. Für eine gesunde Demokratie lohne es sich zu kämpfen.

Neben den beiden Volksparteien machten sich gestern vor allem die Grünen gegen die Rechtspopulisten stark. Mit Volker Beck, dem Geschäftsführer der Grünen Bundestagsfraktion stellte die Umweltpartei neben der SPD-Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas den zweiten Berliner Parlamentarier. "Ich bin nicht zum ersten Mal hier in Duisburg und ich komme immer wieder, solange solche Menschen hier auf die Straße gehen", sagte Beck. "Wir müssen diesen Leuten zeigen, dass wir nichts mit ihnen gemeinsam haben und dass wir sie hier nicht wollen. Pro NRW'ler sind Nazis in Nadelstreifen. Das haben die letzten polizeilichen Ermittlungen ja deutlich gezeigt."

(top/rl)