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Duisburg: Gelungener Kleinkunst-Mix

Duisburg : Gelungener Kleinkunst-Mix

Gleich vier Künstler standen am Samstagabend auf der Bühne in der Alten Dorfschule. Helmut Meier, Klaus Foitzik, Astrid Hauke und Rainer Wenzel begeisterten ihre Zuschauer – ob solo oder beim gemeinsamen Auftritt.

Rumeln Infantile Rollenspiele, Lyrik von potenziellen Selbstmördern und altjüngferliche Fräuleins sind erst mal gewöhnungsbedürftig, doch Lacher sind garantiert. Für den "Dorfabend" im Kulturtreff Alte Dorfschule in Rumeln versprachen Helmut Meier, Klaus Foitzik, Astrid Hauke und Rainer Wenzel eine Wundertüte mit Überraschungen. Die Musiker und Kabarettisten, die derzeit zur sechsten "Kinderliederlandschaft" in der Gegend sind, unterhielten ihr erwachsenes Publikum am Samstag bestens.

Als Fräulein Anneliese begrüßte die Bielefelderin Astrid Hauke ihr Publikum gesittet mit einem Hofknicks. Bei der Eröffnungsrede druckste die adrette Dame mit schwarzem Kleid, weißer Strumpfhose und Hütchen noch etwas herum und klammerte sich an ihre rote Handtasche. Beim Akkordeonspiel ließ sie ihrer Seemannsbrautseele dann jedoch freien Lauf und bezirzte die Kollegen mit weicher Stimme.

Gemeinsam auf der Bühne luden die Musiker an Gitarre und Akkordeon, gelegentlich rhythmisch unterstützt durch ein Paar Löffel, in die "Kleine Konditorei" und versicherten ihren Zuhörerinnen: "Bei mir bist Du schön".

Romantisch lud der Nürnberger Rainer Wenzel mit einem Walzer in die Stadt der Liebe, Paris, und beruhigte das Publikum nach einem stressigen Gespräch mit dem Autowerkstattmeister Werner Susak.

Meier als Werkstattmeister

Den verkörperte Helmut Meier mit Leib und Seele. Einer Kundin erklärte er am Telefon, warum neben der Wasserpumpe auch noch mindestens der Zahnriemen raus muss. Die Anspielung auf seine "Zahnarztpreise" verbat er sich entschieden.

Doch auch Kinder können extrem nerven. Einen Workshop, die Welt einmal aus den Augen der Kleinen zu sehen, hielt der Billerbecker Klaus Foitzik ab. In roter Hose mit "Ich hab nix gemacht"-T-Shirt, die grüne Kappe verkehrt herum aufgesetzt, zog er, die Stoffente fest umklammert, sein Jammerspiel mit Mama ab. Seine Gäste schlüpften in die Rolle des Elternteils. Auf ein quengelndes "Maamaa" antworteten sie mit "jaaa", kommentierten weitschweifige Erzählungen mit "oh" und Fragen mit "mhm". Zur Musik vom Band zogen sie das "Ich hab' Laaangeweile" gekonnt in die Länge.

Äußerst salbungsvoll kam Professor Doktor Block-Schölling daher, Helmut Meiers zweites Alter Ego. Er zitierte unveröffentlichte Dichter des Vereins "Pro Lyrik e. V.". "Grauer Tag, dicht fällt der Regen, man möchte sich zum Sterben legen", reimte ein Suizid gefährdeter Niederrheiner. Zum Glück holte ihn Fräulein Anneliese mit "Wochenend' und Sonnenschein" schnell wieder aus der Depression.

(choe)