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Duisburg: Gelbe Smileys für mehr Sicherheit

Duisburg : Gelbe Smileys für mehr Sicherheit

Der Fahrradkeller des Krupp-Gymnasiums war gestern ein beliebtes Ziel. Bei der "Aktion Licht" wurden die Räder der Schüler inspiziert.

Es wird lauter im Fahrradkeller des Krupp-Gymnasiums. Die Klasse 6d kommt unüberhörbar. Nathalie Ridel begrüßt die knapp 30 Kinder. Die Schüler erwidern in dem typischen Tonfall: "Guten Mooorgen, Frau..." Beim Namen stocken sie. Ridel stellt sich vor. "Sind Sie Französin?", fragt ein Junge ob des französischen Akzents der Mitarbeiterin der Gesellschaft für Prävention im Alltag (PIA).

Die Schüler sorgten also für allerhand gute Stimmung. Und das den ganzen Schultag über. Denn der gestrige Mittwoch stand am Krupp-Gymnasium im Zeichen der "Aktion Licht: sehen und gesehen werden".

Malte Hofmann und Jörg Mentel hatten allerhand zu tun. Die zwei Mitarbeiter der Radstation Duisburg kümmerten sich um die Räder der Schüler. Dabei trugen sie knallgelbe Westen mit Reflektoren — vorbildlich! Das fachmännische Duo erklärte, welche Voraussetzungen ein sicheres Rad erfüllen muss und inspizierten jeden Drahtesel einzeln.

Zur Belohnung für gegebene Sicherheit gab es einen neon-gelben Smiley, der ebenfalls reflektierte und nicht minder auffällig war als die Weste der beiden Mechaniker. "Die Aktion wurde sehr gut angenommen. Wir mussten meist nur kleinere Mängel beheben", schilderte Hofmann. Diese waren laut seinem Kollegen Mentel besonders fehlende oder fehlerhafte Reflektoren und kein angemessenes Licht.

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Am Krupp-Gymnasium nutzen viele Pennäler den Drahtesel. "Für uns ist es wichtig, dass die Schüler gerade in den dunklen Monaten sicher zur Schule kommen. Es gibt viel zu viele schreckliche Unfälle", sagte Schulleiter Peter Jöckel, der die Sicherheitsthematik den Stichworten Prävention und Nachhaltigkeit zuordnet. Dies stößt bei Frank Schellberg auf viel Gegenliebe. "Es ist erfreulich, dass sich das Krupp-Gymnasium für die Fahrrad-Sicherheit einsetzt. Das ist vorbildliches Engagement", lobte der Geschäftsführer der Radstation Duisburg.

Horst Wolf, Leiter Verkehrsunfallprävention/Opferschutz der Polizei Duisburg, schlug in die gleiche Kerbe: "Es ist gerade an einer weiterführenden Schule wichtig, dass der Schulleiter hinter dem Projekt steht." Wie der Polizeihauptkommissar verriet, ereigneten sich im vergangenen Jahr 403 Unfälle mit Fahrradbeteiligung in Duisburg. Die "Aktion Licht" soll dazu beitragen, diese Zahl so gut es geht zu reduzieren. Angedacht sind nach dem Beispiel der Fahrradstadt Münster auch drastische Sanktionen für Verkehrsvergehen mit dem Rad.

Das Krupp-Gymnasium leistet jedenfalls seinen Beitrag. Die unteren Klassen hatten zunächst auch theoretischen Unterricht, bevor die Fahrräder inspiziert wurden — und es den ein oder anderen Lacher gab.

(RP/rl)