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Duisburg: "Geheimnis Landschaftspark Nord"

Duisburg : "Geheimnis Landschaftspark Nord"

Der WDR hat sechs Monate lang im Landschaftspark gedreht. Das Resultat ist eine beeindruckende Dokumentation, die jetzt in der Gebläsehalle gezeigt wurde. Im Fernsehen ist der Film am Freitag zu sehen.

"Geheimnisvolle Orte" nennt der WDR seine TV-Dokumentation, in der jeweils besonders interessante und geschichtsträchtige Bauwerke und Areale in Nordrhein-Westfalen vorgestellt werden. Nachdem im vergangenen Jahr bereits die Geschichte des Duisburger Hafens über den Sender lief, steht am Freitag, 3. Februar, mit dem Landschaftspark Nord eine weitere Duisburger Location im Fokus. Bereits am Dienstagabend stellte der WDR den 45-Minuten-Film in der Gebläsehalle des Landschaftsparks vor. Rund 350 Besucher wollten sich auf diese Weise vorab in das "Geheimnis Landschaftspark Nord" einweihen lassen.

Im Rahmen des "Previews" fand zudem noch eine von Marc Schulte ("Lokalzeit Duisburg") moderierte Gesprächsrunde statt, bei der neben den Filmemachern um Marika Liebsch auch Landschaftsarchitekt Peter Latz zu Wort kam, der vor über 20 Jahren die Landschaftspark-Idee entwickelte. Mit dabei war auch Geschäftsführer Ralf Winkels, der zu berichten wusste, dass der Park in den vergangenen Jahren jeweils mehr als eine Million Besucher zählen konnte und längst zu einem touristischen Anziehungspunkt erster Güte geworden ist.

Sechs Monate war das WDR-Team vor Ort, herausgekommen ist dabei ein Film, der beeindruckt. Der renommierte und vielfach ausgezeichnete Architekt Peter Latz ("der Landschaftspark ist das beste, was ich in meinem Leben gemacht habe") zeigte sich sichtlich bewegt von der Dokumentation, die sein Lebenswerk offensichtlich nicht besser hätte darstellen können. Das Lob aus berufenem Munde war praktisch der "Ritterschlag" für Autorin Marika Liebsch, wie Moderator Schulte anmerkte. Liebsch gab das Lob direkt weiter und erwähnte die fantastische Arbeit von Kameramann Jörg Adams, der das Thema "Landschaftspark" in oftmals faszinierenden Bildern eingefangen hat. Der Film erinnert zu Beginn an die Zeit, als das Gelände des ehemaligen Thyssen-Hüttenwerks nach der endgültigen Schließung im Jahr 1985 sechs Jahre lang brach lag und abgerissen zu werden drohte. Der Hartnäckigkeit einer Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Meidericher Hüttenwerks einsetzte und der gesicherten Finanzierung im Rahmen der IBA- Strukturprojektes (Internationale Bauausstellung Emscher Park) ist es zu verdanken, dass Peter Latz ab 1990 auf dem alten Hüttengelände ein Kultur-, Natur-, und Freizeitpark von internationaler Bedeutung entwickeln konnte. Der Film dokumentiert in wunderschönen Bildern, wie die Bevölkerung "ihren Park" mehr und mehr in Besitz genommen hat. Gezeigt wurden Tauchsportler, die in dem mit 21 Millionen Liter Wasser gefüllten Gasometer eine abenteuerliche Unterwasserwelt entdecken können, Kletterer, die die hohen Wände der alten Erzbunker erklimmen - das Kletterparadies ist "das größte Alpin-Center diesseits der Alpen" oder auch die Besucher, die vom begehbaren Hochofen 5 aus 70 Metern Höhe einen herrlichen Rundumblick auf das westliche Ruhrgebiet genießen. Erwähnt wurde auch das "Sommerkino" , das zu den erfolgreichsten Events des Landschaftsparks gehört und dessen Vorstellungen in jedem Jahr im Handumdrehen ausverkauft sind.

Peter Latz zeigt sich immer wieder beeindruckt, wie die Natur sich die alten Industrieflächen zurück erobert. Dabei sorgen auch Samen, die damals mit den Erzanlieferungen aus aller Welt nach Meiderich gekommen sind, für eine beeindruckende Artenvielfalt. "Erst nach 20 Jahren stellt sich der Erfolg von Landschaftsarchitektur ein", so Architekt Peter Latz.

Dass der Landschaftspark Nord ein großes Erfolgsmodell ist, ist mittlerweile längst kein "Geheimnis" mehr. Davon können sich die TV-Zuschauer am Freitagabend (20.15 Uhr WDR-Fernsehen) überzeugen. Ein Film, der sicher nicht nur für Duisburger absolut sehenswert ist.

(RP)