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Duisburg: Gegen Wasser von oben und unten

Duisburg : Gegen Wasser von oben und unten

Das Technische Hilfswerk, THW, trainierte am Samstag auf der Regattabahn den Bau einer Arbeitsplattform unter erschwerten Bedingungen. Denn das Wetter war fast schon katastrophal.

Auf der Regattabahn herrscht am Samstag trotz teilweise strömenden Regens rege Betriebsamkeit. Zahlreiche Boote verkehren den ganzen Tag über auf dem See und an den Ufern parkten zahlreiche Fahrzeuge. Anlass ist nicht etwa eine sportliche Veranstaltung, sondern eine groß-angelegte Übung des Technischen Hilfswerkes (THW).

Die Fachgruppen Wassergefahren proben auf der Ruderstrecke für den Ernstfall. Kräfte aus Bonn-Beuel, Emmerich, Hürtgenwald, Jülich, Köln-Ost, Mülheim und Wesel sind bereits am Freitag in die Stadt gekommen, um gemeinsam mit dem in Buchholz ansässigen Duisburger THW-Ortsverband auf dem Gelände des Vfl Duisburg-Süd in einer Zeltstadt Quartier zu beziehen. Von dort aus fährt der aus über 200 Helfern bestehende Tross mit 40 Fahrzeugen, Blaulicht und Horn zur Regattabahn. Das nasse Wetter scheint den THW-Mitarbeitern nicht viel auszumachen. "Natürlich ist es unangenehm, aber vom Prinzip her wäre es schlimmer, wenn wir starken Wind hätten. Dann schwankt und schaukelt alles", so Christian von Spiczak von der Duisburger Ortsgruppe.

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Eine wackelige Angelegenheit ist die Übung allemal. Die Helfer sollen eine dreieckige Arbeitsplattform auf dem Wasser bauen. Dazu werden an verschiedenen Standorten drei acht Meter lange Verbindungsplattformen auf je zwei nebeneinander liegende Boote gesetzt und dann später auf dem offenen Wasser zu einer großem Plattform zusammengefügt. Gemeinsam mit wendigen Mehrzweckbooten, die zum einfacheren Be- und Entladen über eine Bugklappe verfügen, bilden diese Pontons die Grundlage für Rettungsarbeiten auf dem Wasser.

 Nach und nach bauten die THW'ler auf dem Wasser einen Ponton zusammen, der im Ernstfall für Rettungsmaßnahmen unverzichtbar ist.
Nach und nach bauten die THW'ler auf dem Wasser einen Ponton zusammen, der im Ernstfall für Rettungsmaßnahmen unverzichtbar ist. Foto: Peggy Mendel (peg)

Das Prinzip hat eine lange Geschichte, berichtete Christian von Spiczak: "Nach Ende des Krieges ersetzten die Alliierten so die zerstörten Brücken über den Rhein". Im vergangenen Jahr baut das THW eine schwimmende Brücke über den Main. Um die Regattabahn komplett überbrücken zu können, sind allerdings am Samstag zu wenige Gruppen vor Ort. Viel Fingerspitzengefühl um Umsicht wird vor allem von den Bootsführern verlangt, die die Steige transportieren. Sie üben, die mit der Plattform verbundenen Boote parallel zum Zielort zu steuern. Ihre einzige Hilfe dabei: Handzeichen des so genannten "Arbeitsplattformführers".

"Das zu trainieren ist besonders wichtig, gerade, wenn Gruppen zusammenarbeiten, die sich noch nicht kennen", erklärt Sylvia Kleinrensing, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit des THW. Während der Bau des Pontons auf Hochtouren läuft, führen weitere Helfer verschiedene Fahrmanöver mit den Mehrzweckboten durch und simulierten unter anderem die Rettung eines über Bord gegangenen Menschen. Als "Opfer" dient dabei ein Dummy. Die Boote werden von der Fachgruppe Wassergefahren bei Hochwasserlagen genutzt, um eingeschlossene Menschen zu evakuieren oder um Deich- und Dammsanierungen durchzuführen.

Doch nicht nur das schwimmende Equipment des Technischen Hilfswerks ist während der Übung zu bestaunen. Am Ufer parken zahlreiche Lastwagen mit ausfahrbarem Kran. Die hochgeländegängigen Fahrzeuge, die vielfach früher zum Fuhrpark der Bundeswehr gehörten, können die Boote zu Wasser bringen und sogar bis zu 1,20 Meter hoch überflutete Flächen passieren. Auch unter der Motorhaube versteckt sich Überraschendes: "Der Motor läuft mit Benzin, Diesel oder auch mit Salatöl", berichtete von Spiczak und stürzt sich gut gelaunt wieder ins Rettungs-Getümmel, ungeachtet der Katastrophe am Himmel.

(RP)