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Westen: Gefährliche winterliche Stolperfallen

Westen : Gefährliche winterliche Stolperfallen

4556 Schäden wurden in diesem Winter bereits gemeldet, davon betrafen 2976 Beeinträchtigungen an Gehwegen. Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg hoffen, dass sich ein Teil der Schäden durch das Tauwetter von selbst behebt.

Wer in den vergangenen Wochen in Hochemmerich die Krefelder Straße auf dem Bürgersteig entlang schlenderte, benötigte eine ausgeprägte Balancierfähigkeit. Ein Großteil der Pflastersteine fungierte als eine Art Wippe und erschwerte gerade in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen den Spaziergang. Besonders schlimm war es auf Höhe der Sporthalle. Auch in Homberg (Marienstraße) und anderen Orten des Westens sowie der gesamten Stadt war – gerade in Kombination mit Schnee und Glätte – höchste Vorsicht geboten. Mit dem unerwarteten "Zwischen-Frühling" wird nun auch sichtbar, welche Schäden der Winter an Gehwegen und Straßen bislang angerichtet hat.

"Von November 2012 bis zum 29. Januar 2013 wurden 4556 Schäden gemeldet", bilanziert Volker Lange auf Nachfrage für Gesamt-Duisburg. Laut dem Sprecher der Wirtschaftsbetriebe Duisburg setzt sich diese Summe aus 1580 Schlaglöchern und 2976 Gehweg-Schäden zusammen. Lange: "Die Anzahl der festgestellten und gemeldeten Stellen ist aktuell relativ hoch." Die hohe Zahl an Schäden führte bislang zu einem entsprechend stattlichen Umfang an Bürgerbeschwerden. 85 Beschwerden pro Tag bilden in diesem Winter den Spitzenwert.

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Neue Gehwege werden inzwischen aus Betonsteinpflastern auf einer Schottertragschicht gefertigt. Diese Schicht wirkt gleichzeitig auch als Frostschutz. Der Großteil der vorhandenen Gehwege in Duisburg besteht allerdings aus Gehwegplatten (40 mal 40 Zentimeter), die auf einer fünf Zentimeter dicken Ausgleichssicht aus Bettungsmaterial direkt auf dem anstehenden Boden liegen. Es ist häufig keine Trag- und Frostschutzschicht vorhanden. "Durch den Wechsel zwischen Frost und Tauwetter und die Einwirkung von Streusalz besteht die Gefahr, dass der Untergrund in Bewegung gerät", erklärt Lange. Die Folge seien Unebenheiten an der Oberfläche.

Die Wirtschaftsbetriebe, die im Auftrag der Stadt Duisburg für die Unterhaltung des städtischen Straßennetzes zuständig sind, sind trotz der vielen Schäden nicht unmittelbar tätig geworden – und das aus gutem Grund. "Die meisten dieser Unebenheiten bilden sich bei Rückgang des Frostes zurück, und die Platten kommen von selbst wieder in ihre vorherige Lage", begründet Lange. Aktuell sind 821 Gehweg- (2155 stehen noch aus) und 973 (607 noch offen) Straßenschäden beseitigt.

"Fallen" an Gehwegen werden häufig mit Sand abgestreut, um Stolperkanten abzuschwächen. Grundsätzlich werden Pflastersteine oder Platten zur Reparatur aufgehoben und gelagert. Nach der Beseitigung etwaiger oberflächennaher Verwurzelungen wird die Befestigung wieder hergestellt. Bei Straßenschäden ist das Prozedere deutlich aufwendiger. Lose Bestandteile müssen entfernt, die Stelle gereinigt, mit Haftkleber ausgespritzt, Kaltmaterial verfüllt, die Masse verdichtet und Sand gestreut werden. Die Wirtschaftsbetriebe sind mit diversen Straßenkontrolleuren im regelmäßigen Einsatz, um sich den noch vorhandenen Schäden zu widmen und diese zu beseitigen.

(Winterliche) Straßenschäden sind mit erheblichen Kosten verbunden. "Im Zuständigkeitsbereich der Wirtschaftsbetriebe Duisburg wurde im gesamten Jahr 2012 für Straßenkontrolle und Straßenunterhaltung zirka 2,9 Millionen Euro eingesetzt", verdeutlicht Lange.

(RP)