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Duisburg: Geduldsprobe für Lehrer

Duisburg : Geduldsprobe für Lehrer

Eigentlich sollte der überfällige Ausbau des Lehrerzimmers der Erich-Kästner-Gesamtschule in den Sommerferien erfolgen. Das Kollegium hatte schon mit dem Ausräumen begonnen. Dann aber verschob das IMD die Maßnahme.

Eng ist es im Lehrerzimmer der Erich-Kästner-Gesamtschule. Jeder Zentimeter Platz ist ausgenutzt, eine Sitzplatzgarantie gibt es nicht. Denn der Raum, der früher einmal als Lehrerzimmer der alten Hauptschule diente, die in diesem Gebäude untergebracht war, ist eigentlich nur für 35 Lehrer ausgerichtet. Inzwischen unterrichten aber fast doppelt so viele an der Ehrenstraße in Hochheide. Seit Jahren ist die Schulleitung in Kontakt mit der Stadt und weist auf die Missstände hin.

Umso glücklicher waren Schulleiter Günter Terjung und das Kollegium, als sie im Frühjahr erfuhren, dass das Lehrerzimmer in den Sommerferien endlich erweitert werden soll. Voller Vorfreude räumten die Lehrer ihre Unterrichtsmaterialien aus den Fächern, befreiten Fensterbänke und sämtliche Abstellflächen von ihren Habseligkeiten. Doch dann kam die bittere Nachricht: Aus der Baumaßnahme wird in den Sommerferien nichts.

Schule geht von September aus

"Das IMD hat das irgendwie verschlafen", sagt Schulleiter Terjung. Man habe ihm aber fest zugesichert, dass der Umbau noch im September starten solle. Und so steht es zumindest auch in einer Vorlage des Immobilienmanagement Duisburg (IMD), die der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl am Donnerstag, 30. August, vorgelegt werden soll: "Unmittelbar nach Beschlussfassung" solle mit der Sanierungsmaßnahme begonnen werden. Dann sollen die Trennwände des alten Schulleitungs- und Sekretariatsbereiches entfernt und die so gewonnenen Flächen dem Lehrerzimmer zugeschlagen werden. Für die Unterbringung von 70 Lehrern soll dann ausreichend Platz sein. Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf 53 000 Euro.

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Schulleiter Terjung trägt das Ganze mit Fassung. "Wir haben so lange gewartet, jetzt können wir uns auch noch bis September gedulden." Es sei nur ein Glück, dass man die Möbel noch nicht ausgeräumt hatte und das neue Mobiliar noch nicht bestellt gewesen sein. "Sonst hätten wir jetzt ein echtes Problem." Die Unterrichtsmaterialien und persönlichen Gegenstände, die die Lehrer vor den Ferien ausgeräumt hatten, könnten auch da bleiben, wo sie jetzt seien. Laut Terjung wurde alles in Lagerräumen verstaut — und nicht etwa in Klassenzimmern, was jetzt mit dem Schulstart natürlich dazu geführt hätte, dass man alles wieder zurückräumen müsste.

Und für die Lehrer ist auch schon eine Ausweichmöglichkeit gefunden: Während der Bauarbeiten wollen sie im "Forum", dem Veranstaltungssaal der Schule, Unterschlupf finden. "Es ist alles nicht so dramatisch, wie es sich anhört", spielt Terjung die Verzögerung herunter. Er hoffe nur, dass sich das IMD an seine Zusage halte und im September loslege.

IMD vertröstet auf die Herbstferien

Ob dies geschehen wird, ist allerdings fraglich. Claas Frein vom IMD erklärte gestern auf Anfrage, dass es wegen der "Menge an Maßnahmen" und wegen "limitierter personeller Ressourcen" beim IMD zu der Verzögerung gekommen sei. Ob der Umbau tatsächlich im September stattfinden kann, ließ er offen. "Noch liegt uns auch keine Baugenehmigung vor", sagte er. Frein geht eher davon aus, dass der Umbau in den zweiwöchigen Herbstferien über die Bühne gehen wird.

(RP)