Duisburg: Gedenkstätte unter der Erde

Duisburg: Gedenkstätte unter der Erde

Der Originalschauplatz des Loveparade-Unglücks soll möglicherweise als unterirdische Gedenkstätte zum Teil erhalten bleiben. Für das Möbelzentrum der "Duisburger Freiheit" ist eine weitere Sondersitzung notwendig.

Angehörige von Opfern der Loveparade, Verletzte und Notfallseelsorger haben sich in dieser Woche mit Fachleuten der Verwaltung und Vertretern der Krieger-Gruppe getroffen. Dabei ging es um den Wunsch der Betroffenen, den Unglücksort als Originalschauplatz mit der Rampe und der Treppe am Karl-Lehr-Tunnel möglichst zu erhalten. Dies lässt sich aber nicht so ohne weiteres mit den Planungen für das Möbelzentrum des Investors Kurt Krieger in Einklang bringen.

Ein Vertreter des von Krieger beauftragten Planungsbüros ließ in der gestrigen Sondersitzung von Bezirksvertretung Mitte, Wirtschafts- und Umweltausschuss durchblicken, dass ein Kompromiss gefunden werden könnte: Wenn der Bereich überdeckelt wird, kann der Originalschauplatz zumindest zum Teil erhalten bleiben.

Die Gedenkstätte wäre dann unterirdisch angelegt. "Der Bereich kann nicht genau so erhalten bleiben, wie er sich zurzeit darstellt. Es ist aber möglich, das Leid der Betroffenen in eine würdige bauliche Umsetzung zu reflektieren", erklärte Stadtdirektor Dr. Peter Greulich. Weitere Gespräche mit der Krieger-Gruppe und den Angehörigen im Sommer sollen diese Planungen weiter konkretisieren.

Am 11. Juli

In der Sache der "Duisburger Freiheit" brachte die gestrige Sondersitzung der Bezirksvertretung und den beiden Ausschüssen nur einen kleinen Fortschritt: Lediglich die Bezirksvertretung Mitte sprach sich mit den Stimmen von SPD und CDU für die Krieger-Planungen aus. Claudia Leiße (Grüne) bemängelte, dass die entsprechenden Vorlagen die Politiker zu spät erreicht hätten.

Es habe keine ausreichende Zeit gegeben, die umfangreichen Unterlagen ausreichend zu studieren. Deshalb beantragte sie, sich in einer weiteren Sondersitzung mit dem Thema zu befassen. Dies fand die Mehrheit beider Ausschüsse. Thomas Susen (CDU) stellte für seine Fraktion klar, dass der Rat in seiner nächsten Sitzung am 11. Juli auf jeden Fall eine Entscheidung fällen sollte. "Das ist uns äußerst wichtig", so Susen.

Aus diesem Grund wird diese Sondersitzung möglicherweise noch am Tag der Ratssitzung stattfinden. Dann wäre der Weg frei, den Bebauungsplan offen zu legen und das Verfahren weiter voranzutreiben.

(RP)