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Duisburg: Gebag: Liquidität bleibt angespannt

Duisburg : Gebag: Liquidität bleibt angespannt

Die Gemeinnützige Duisburger Baugesellschaft, kurz Gebag, hat von den Banken noch eine Schonfrist bis Ende Februar. Bis dahin muss eine Lösung für die Küppersmühle gefunden sein. 2011 gab es 30 Millionen Euro Miese.

Die Wirtschaftsprüfer waren nicht begeistert. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen, der im Dezember des vergangenen Jahres den Jahresabschluss der Gebag prüfte, macht schwere Vorwürfe in Richtung des ehemaligen Vorstands: Er habe vertragliche Bedingungen des Aufsichtsrats nicht beachtet, den Aufsichtsrat in Sachen Küppersmühle nicht umfassend und auch nicht zeitnah über die Entwicklung des Erweiterungsbaus informiert.

Zu einer ähnlichen Einschätzung war auch, wie berichtet, das Landgericht Duisburg gekommen. Der frühere Vorstand Dietmar Cremer hatte auf Zahlung seiner Pension geklagt — und wird wahrscheinlich mit dieser Forderung Schiffbruch erleiden. Deshalb soll in der Ratssitzung auch nur dem jetzigen Vorstand Dr. Utz Brömmekamp Entlastung erteilt werden. Über die Entlastung Cremes soll ebenso wie die der Ex-Vorstände Marianne Wolf-Kröger und Jürgen Dressler kein Beschluss gefasst werden.

30 Millionen Miese

Der Jahresabschluss der Gebag für 2011 weist einen Jahresfehlbetrag von 30,3 Millionen Euro aus. Dies liegt fast ausschließlich am Desaster mit dem Küppersmühlen-Erweiterungbau. Verluste aus der Neu-, Um- und Ausbautätigkeit in Höhe von 37,9 Millionen Euro konnten durch Gewinne aus Verkäufen des Anlagevermögens nur zum Teil kompensiert werden, heißt es in der Vorlage für die Ratssitzung. Im Kerngeschäft, der Hausbewirtschaftung, erwirtschaftete die Gebag dagegen einen Gewinn in Höhe von 4,4 Millionen Euro. Die Wirtschaftsprüfer erteilen der Gebag für das Jahr 2011 daher nur einen sogenannten "eingeschränkten Bestätigungsvermerk".

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Der Grund: Solange die Verträge über eine Entlassung der Baugesellschaft aus der Fertigstellungsverpflichtung für den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle nicht unterzeichnet sind, ist die Gebag finanziell noch nicht aus dem Schneider. Wie berichtet ist geplant, das Museum gemeinsam mit dem benachbarten Werhahnspeicher an das Sammlerehepaar zu veräußern. Im Gegenzug würde die Gebag die Fertigstellungsverpflichtung für den Erweiterungsbau und damit ein Riesenproblem los werden. "Ich hoffe, dass wir das noch im ersten Quartal dieses Jahres hinbekommen", erklärte Oberbürgermeister Sören Link jetzt im Redaktionsgespräch. Zurzeit ist die Stadt in Verhandlungen mit dem Land wegen des Fördergeldes für das ehemalige Atlantis-Kindermuseum. Anschließend war das Legoland Discovery Centre im Werhahnspeicher. Das Geld des Landes war an eine pädagogisch-touristische Nutzung der Immobilie gebunden. Eine andere Nutzung würde normalerweise dazu führen, dass Fördergelder in Millionenhöhe zurückgezahlt werden müssten.

Sorgen machen bei der Gebag auch die geringe Eigenkapitalquote von 4,2 Prozent (Vorjahr: 9,5 Prozent), die hohe Leerstandsquote und die Risiken aus der Beteiligung an der Haus Ruhrort II KG. Der Wirtschaftsplan für 2013, der am Montag ebenfalls Thema im Rat ist, spricht daher davon, dass die Liquidität weiter "angespannt" bleibe. Dabei drängt die Zeit. Im Prüfungsergebnis des Wirtschaftsprüfers heißt es: "Die Finanzlage ist bis zum 28. Februar 2013 durch Kreditbereitstellung der Banken gesichert." Eine Verlängerung sei aber nach Umsetzung der noch nicht abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen und einer Lösung des Projekts Küppersmühle in Aussicht gestellt.

(RP)